baut und enthalten je 4—6 Zimmer, Keller, Stallung, Schuppen,meist auch Speicher. Ein Haus kostete einschliesslich der Um-zäunung, Antheil am Brunnen und Strasse bei etwa 20 RuthenGrundfläche je nach Grösse und Lage im Jahre 1868: 1860— 2460 M., 1876: 3200 4400 M.; davon zahlt der Käuferheim Antritt mindestens ein Zwölftel der Kaufschillings anund erlegt ferner jährlich ein Zwölftel für Zinsen und Kapital-abtragung, wodurch in längstens 16 Jahren der Preis voll-ständig getilgt wird. Bis zum 18. April 1878 waren 265 Häusererbaut, wovon 232 für 758,911 M. verkauft waren, die zu einemDrittel abgetragen sind, ln Rheydt waren 39 Häuser erbaut.Im Jahre 1875 wohnten in 204 solcher Häuser 1836 Personen.Schon die Vorhänge an den Fenstern beweisen, dass hier dieElite des ansässigen Arbeiterstammes wohnt, Eltern mit er-wachsenen Kindern, Vorarbeiter, Werkmeister, ja sogar höhereBeamte von Fabriken; den einfachen Arbeitern sind eine An-zahlung und ein jährlicher Abtrag von 300 M. natürlich vielzu hoch und sie bleiben, wo sie sind — im Elend.
Der Fabrikbetrieb rief namentlich Frauen und Kinder indie Stadt. Die Beschäftigung dieser Personen ist durchausnicht seine Erfindung, vielmehr die Erbschaft einer früherenOrganisation. Die Winderei, Spulerei, Kettenschererei, dasNoppen und Zusammenlegen, die Appretur und z. Th. auch dieWeberei sind stets Kinder- und Frauenarbeit gewesen; dasdeutsche Weib wird am Rocken verherrlicht, später war es inder Spinnstube und an der Spindel beschäftigt, sein Kind wuchsam Spulrade auf. Freilich war in der Tuch- und Leinwebereidas Mädchen eine neue Erscheinung. Der Antheil der Frauenund Kinder in den Textilfabriken ist sehr beträchtlich (An-lage X); es betrugen in Procenten der Gesammtzahl
die Arbeiter in
Männliche! Weibliche Jugendlicheüber 16 Jahr unter 16 Jahr
68 Baurawollwebereien.
57
34
9
37 Baumwoll- u. Flachsspinnereien .
37 '
49
14
93 Tuchfabriken.
57
36
7
64 Ilanfgarnspinnereien.
39
48
15
8 Kunstwolliabriken.
20
71
9
1 Flachsspinnerei.
38
43
18
33 Sonstige Textilfabriken ....
50 !
38
12
Nur wenige Arbeiterinnen sind verheirathet, in der Baum-wollspinnerei 10 Procent, in der Baum Wollweberei 6 Procent;in reiferem Alter halten der Mann, die Familie, der eigneHeerd das Weih in der Heimath zurück. Die jungen, unver-heiratheten Mädchen sind es, welche die Städte bevölkern; siesind die unternehmungslustigen, bereit ihre Wanderjahre im