von den Spinnereien waren Ende 1862 nur noch 11 in mehroder minder eingeschränktem Betriebe, 4 und zwar diekleineren hatten aufgehört zu arbeiten und 4 neuerhaute ihrenBetrieb gar nicht eröffnet. Die Konkurrenz drückte das Ver-dienst der Fabrikanten aufs äusserste, da bei vermehrter Spinn-kraft wenig Kohstoff zu verspinnen war. Doch auch jetztdurften die Spinnereien nicht ganz ausser Betrieb gesetztwerden : ausgebildete Arbeiter hätten entlassen werden müssen,Absatzverbindungen wären unterbrochen worden und nicht sorasch zu erneuern gewesen, für die Verzinsung des Anlage-kapitals wäre eine Unterbrechung eingetreten und den Maschinendie Ruhe nachtheiliger gewesen als der Betrieb; die 10 ProcentAmortisation, welche sie bei letzterem erfordern, erschienenbeim Stillstand zu wenig, ganz abgesehen davon, dass dieruhende Maschine beständige Pflege durch Reinigung undOelung erfordert. Solange daher irgend Aussicht auf Besserungder Zustände vorhanden war, wurde fortgearbeitet, selbst wennZinsen und Amortisation nicht gedeckt wuiden. In den Jahren1862 und 1863 waren nur ein Drittel der vorhandenen Spindelnin Betrieb, die Produktion war aber eine noch weit geringeregeworden, weil Baumwollenabfälle jeder Art versponnen wurden;liiefür waren Maschinen ganz neuer Konstruktion thütig, welchespäter wieder überflüssig wurden. Die Folgen so schwieligerZeiten waren theilweise Entlassung der Arbeiter und Reduktionder Arbeitszeit. In der Handweberei von Biber zeigte sichauch diesmal die geringere Gebundenheit des hausindustriellenBetriebes; der überwiegend grössteTheil der Hausweber wurdeentlassen und das traf besonders hart diejenigen Arbeiter,welche, im Sommer mit landwirthschaftlicher Arbeit oder beiBauten beschäftigt, in den Wintermonaten lohnendes Verdienstals Weber zu finden gewohnt waren.
Eine schmerzliche, weil unverschuldete Krisis hat Gladbachin den Jahren 1875 — 78 durchzumachen gehabt. Dieselbe istwohl kaum auf Rechnung einer vorangegangen Ueberproduktionzu setzen, da nach obiger Tabelle das Anwachsen der Industrievon 1869—74 ein normales zu nennen ist. Die Gründe sindvielmehr in der Konkurrenz des Elsasses und Englands, vorallem aber in dem Rückgänge des Konsums im Inlande zusuchen, obwohl er bei den Gebrauchsartikeln des Volkes verlnilt-nissmässig am spätesten und überhaupt nicht mit solcher Heftig-keit wie für Aachen oder gar für Crefeld eingetreten ist.Dennoch liegt, ein grosser Theil der Industrie darnieder undes lässt sich auch dieses Mal beobachten, wie die Fabrikindustrievergleichsweise stetiger fortarbeitet als die Hausindustrie.Das zeigt sich aus einer Nebeneinanderstellung ihres Bestandes.