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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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II. 2.

Grunde. Dagegen hat die mechanische Flachsspinnerei sichentwickelt und beschäftigt in drei Fabriken in Düren, Viersenund Dülken etwa 2000 Arbeiter.')

Das Garn bezogen die Baumwollfabrikanten anfangs ausEngland, und nur künstlich in Folge der Kontinentalsperreschossen allenthalben in Bonn und Köln, an den Wasserläufender Wupper, Erft, Ruhr und Sieg zahlreiche Spinnereienempor, auch im Gladbacher Bezirke. Aus ungenügendem Ka-pital entstanden, blieben sie bei kleinem, unvollkommenemBetriebe weit zurück gegen die Fortschritte der englischenEtablissements; es fehlte ihnen an einer soliden Grundlage,wie die Weberei sie an der bewährten Tüchtigkeit und Fertig-keit der Leinweber besass, es fehlte vor allem auch an Kapital,an Maschinen und an geeigneten Sorten Baumwolle. Zwarsuchte man im Jahre 1815 einen Eingangszoll von 4 Thalernßergisch vom Gentner Garn zu erheben, wurde aber durchdie vereinigte Agitation der Garnhändler, Türkischrothfärberund Weber gezwungen, ihn auf 1 Thal er herabzusetzen; erst1830 wurde er in Folge der belgischen Konkurrenz auf 2 Thalererhöht. Dieser niedrige Schutz konnte die Spinner nicht ver-anlassen, ihre Geschäfte zu vergrössern, wohl aber hinderte erdas Exportgeschäft der Weber, da ihnen kein Rückzoll gewährtwurde. Nur die gröbsten Gespinnste, bei denen der Zoll einenhöheren Procentsatz vom Werthe ausmachte, wurden hergestelltund fanden trägen Absatz bei den unbedeutenden Barchent-webereien der benachbarten Kreise. So siechte die Spinnereibis in die Mitte unseres Jahrhunderts hin.

Die Weberei nahm einen glücklicheren Verlauf. Diealten, aus dem Wuppertliale verdrängten Siamosen und baum-wollenen Bettzeuge bildeten das Ilauptfabrikat, welches durchVervollkommnung in der Fabrikation und durch zunehmendeFertigkeit der Arbeiter sich bald befähigt zeigte, der englischenKonkurrenz selbst auf ausländischen Märkten die Spitze zubieten. In den Jahren 182628 waren mehr als 6000 Web-stülile mit etwa 10000 Arbeitern im Industriebezirke beschäf-tigt, deren Fabrikate nach Holland, Belgien, Hannover, Bremen,Hamburg und anderwärts verführt wurden. Die Grundlagedieser Absatzfähigkeit waren die niedrigen Löhne; je länger,je mehr zeigte es sich aber, dass sie doch noch höher standenals diejenigen Schlesiens, Sachsens und des bayrischen Voigt-landes. Nach der Bildung des Zollvereins machte dieser Um-stand sich ganz besonders empfindlich geltend, zumal gleich-

0 In der Gegend von Burgwaldniel zählt man noch 1000 Wehstühleauf Leinen, Gebild und Damast; die mechanische Weberei beschäftigte imBezirke der Gladbacher Handelskammer 200 Stühle, in Heinsberg 1876:130, 1877: 97 Arbeiter. In den beiden Viersener und Dülkener Flachs-spinnereien zählte man 1874: 17580 Spindeln mit 1078 Arbeitern und einerJahresproduktion von 3 3 / 4 Mill. M., in der Dürener 1877: 1010 Arbeiter.