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gern und ihr eheliches Verhältnis ist in Folge dessen einganz glückliches. In den ersten Jahren wird fröhlich gelebt,in den späteren kommt mit den kleinen Kindern die Sorgeund das Elend, in den letzten Jahren sind jene erwachsen undkönnen mit erwerben, das Einkommen einer Familie steigtunter Umständen auf 1800—2400 Mark und ein Eigenthumkann erspart werden. In der Stadt, wo die Frau früher ineinem Hülfsgewerbe thätig war, versteht sie oft nicht haus-zuhalten; von einer rationellen Ernährung weiss sie gar nichts.Auf dem Lande ist es in vieler Hinsicht besser: die Verführung-geringer, die Sitten ehrbarer, das Weib bleibt stets ein Glieddes Hauswesens, von welchem es in der Stadt losgelöst istund daher seinen natürlichen Boden verliert. —
Das ist es, was ich über die Lage der Arbeiter in Er-fahrung gebracht habe.
Wie das Meer nie stille steht, mit der Fluth ewig weiterrollt, bald vor-, bald zurückgeht, so bleibt auch die wirthschaft-liche Lage der Weber niemals auf gleichem Niveau und inihrem endlosen Hin - und Herschwanken ist es Eines undnur Eines, wovon sie bestimmt wird. Die Thaten guterFabrikanten bringen Wohlthaten nur an Einzelnen hervor,der Fleiss rechtschaffener Meister erleichtert die Noth ihrerFamilien, alle diese Handlungen kommen nur in den be-schränktesten Kreisen zur Geltung, werden aufgehoben durchden Einfluss grösserer Kräfte und haben auf die Masse keineWirkung (Buckle). Endgültig wird die Lage der Kaufleuteund Weber bestimmt durch die Konjunktur, unberechenbar inihrem Entstehen, unabsehbar in ihrem Verlaufe, die Signaturdes heutigen Wirtschaftslebens, — sie wirkt entscheidend.Ob die Weber eiu leichtsinniges Völkchen, ob sie gut essenund trinken, tanzen und singen, ob sie Excesse verüben oderfriedlich leben, ob sie gesund sind oder krank, ob sie denBourgeois oder Socialdemokraten spielen, — alles das hängtvon der Konjunktur ab. Das Lebensschifflein des Webers wirdbald hoch emporgeschleudert auf den Wellenhäuptern einerstürmischen Konjunktur, bald tief in das Chaos und in dieVerzweiflung gezogen; selten schwellt auf ruhiger See einstetiger Wind seine Segel.
Wie Naturprocesse sind die Konjunkturen bisher ver-laufen, mit elementarer Gewalt die widerstandslosen Menschenmit sich fortreissend. Zum Theil wird das ewig so bleiben,soweit übermächtige menschliche und Naturereignisse sie be-einflussen; zum andern Theile vermag aber die geschärfteBeobachtung sie vorauszusehen und der bewusste Wille derBetheiligten Schranken aufzurichten, an denen die aufgeregtenWogen sich brechen.