II. 2.
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Drittel der gewöhnlichen; nun begannen die Preise zu steigenund wurden für französische Seiden um 80 Procent, für chine-sische uud japanesische um 100—150 Procent emporgetrieben.Jetzt merkten die Kaufleute, dass die Preissteigerung eineernste sei und namentlich die Engländer kauften am Anfängedes Juli alle Waarenvorräthe zu alten oder etwas gesteigertenPreisen an. Als so die Lagerbestände ausgekauft waren, botendie Londoner und Pariser Häuser höhere Preise und gabendamit das Signal zu einer Spekulation, wie man sie noch niegesellen. Dieselbe Waare wechselte fünf bis sechs Mal amselben Tage die Hand, die Detaillisten sogar machten über-stürzte Einkäufe und die alten Vorräthe fanden im Augustund Anfang September Käufer mit 40—50 Procent Steigerung.Die Fabrikanten hatten Ursache, an eine brillante Kampagnezu glauben, und alle Weber waren vollauf beschäftigt. EndeOktober hielten die Geschäfte plötzlich an, einige grosse Häuser,welche sich zu stark engagirt und an eine fortgesetzte Zurück-haltung des englischen Marktes glaubten, verkauften zu ernie-drigten Preisen, die Detailhändler waren auf lange Zeit ver-sorgt; auf das In- wie Ausland wirkten Kriegsbefürchtungen,politische und wirthschaftliche Verlegenheiten; endlich wandtesich die Mode von der Seide ab. Das Resultat war die gross-artige Krisis, die 1877 über Lyon hereinbrach und durchwelche 15—20000 Webstühle in Stillstand geriethen. Im Juni1877 standen die Rohseidenpreise nur noch 10 Procent vonihrem Ausgangspunkte entfernt ’)■
Launenhaft wie das Wetter ist die andere souveräneHerrscherin auf diesem Gebiete, die Mode. Kieht allein, dassfortwährend die Muster wechseln, worauf ja jede Fabrik ein-gerichtet sein muss, es kehrt sich oft die Mode gegen dieMuster überhaupt und wendet sich einfarbigen Stoffen zu; da-durch geriethen die städtischen Weber in Lyon und Elberfeldoftmals ausser Brot. Oft wird die Seide gänzlich von derMode verlassen. Eine einzige Aenderung der Damentracht ge-nügt. die Seide um hunderttausende von Käuferinnen zu be-rauben. Man schaue nur auf die an Busen und Hüften an-schliessenden Kleider,- die Seidengewebe, deren Fäden neuer-dings von den Färbern künstlich durch Oel erschwert werden,würden beim engen Anliegen einen Speckglanz erhalten undhaben daher wollenen und halbwollenen Stoffen Platz machenmüssen. Der Verbrauch von Seide hat in den letzten 25Jahren mit den Fortschritten der Kultur und der Techniküberhaupt nicht gewetteifert -). Schöne und dauerhafte Stoffewie die Florentiner, welche selbst nach 300 Jahren ihre Stärke
0 L’economistc frangais 1877, S. 23, 55 u. 161. The economist1877, 30. Juni.
0 Moniteur des soies, 13. Mai 1876.