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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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II. 2.

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Handarbeit empfangen, immer mehr dem mechanischen Betriebezueilen. Solcher Art sind die glatten ganz- und halbseidenenStoffe, ganz- und halbseidenen Bänder, halbseidenen festkantigenSammetbänder und Sammete, das sind Waaren von kon-stantem und von der Mode begünstigtem Absatz, von sehr ein-facher Technik und hohem Arbeitswerth. Jedoch ist der An-theil der mechanischen Weberei noch ein ganz geringfügiger,nur sieben, ausserhalb der Stadt befindliche Fabriken, arbeitenfür Crefeld und ihr Betrieb ist auch nur neben einer grossenhausindustriellen Unternehmung rentabel, weil die Fabrik denStock bildet, welcher stets beschäftigt werden muss, währendbei Krisen der ganze Ausfall die Hausweber trifft.

Technische Schwierigkeiten stehen in nennenswerthemMasse der mechanischen Weberei nicht im Wege; es sind viel-mehr ökonomische Bedenken, welche ihre Ausdehnung auf-halten. Namentlich die Seidensammete und die gemustertenStoffe werden wohl noch lange Domäne der Hausindustriebleiben; die ersteren, weil das mechanische Aufschneiden derDecke den Glanz verdirbt, die andern, weil die Vorrichtungder Jacquardmaschine im Verludtniss zur Länge der Kette vielZeit in Anspruch nimmt und zwar in Crefeld um so mehr Zeit,als daselbst wenig und daher oft Wechselndes in gemustertenStoffen gearbeitet wird. Die sonstigen Gründe für und widerden Fabrikbetrieb sind nicht durchschlagend. So erklärt man,sei die Kontrolle der Qualität bei mechanischen Stühlen eineleichtere; indess auch der Fabrikarbeiter lässt sich in Glanz-zeiten wenig bieten und arbeitet flüchtig, um mehr im Akkordzu verdienen; der Fabrikant ist dann auch nicht kritisch ge-nug; gegenüber dem Handweber vermag in flauen Zeiten dieKontrolle die denkbar schärfste zu sein. Dagegen ist jenerVorzug der Hausindustrie kein sehr bedeutender, dass dieArbeitskraft mehr ausgenützt wird; im Gegentheil wirkt derWeber am Kraftstuhl viel regelmässiger und auch im Akkord;er leistet genügend, zumal wenn er wöchentlich ausgelohntwird, wodurch der Sporn, am Zahltage möglichst viel zu ver-dienen, häutiger an ihn herantritt als bei vierzehntägigerLöhnung; einige Baumwollwebereien in Gladbach zahlen ausdiesem Grunde alle Freitag.

Nicht unwichtig sind die im geistig-sittlichen Leben derWebermeister wurzelnden Hindernisse des Fabrikbetriebes.Sie, die erst seit dreissig Jahren ihre rechtliche Anerkennungals freie Handwerker gefunden haben, wollen diese Stellungnicht nach der Richtung eines lediglich höheren Arbeitslohnes(welchen die mechanischen Webereien ja zahlen müssen, umüberhaupt geübte Arbeiter anzulockenj, sondern nach derRichtung des grösseren Handwerksmeisters, des sich aufarbeiten-den Unternehmers, der über immer mehr Webstühle undEigenthum verfügt, verbessern. Daher ihre tiefe Verachtung

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