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räthen Hessen sie sich gesetzlich zu selbständigen Handwerks-meistern erklären. Ob sie damit ihre Staats- und Gemeinde-lasten vermehrten und die Fabrikanten von manchen Ver-pflichtungen, z. B. von Beiträgen zu den Unterstützungskassen,entbanden, — das galt ihnen gleich. Ihren Abschluss fandendiese Bestrebungen in der Bildung der Weber- und Wirker-innung, welche für die inneren Angelegenheiten an Stelle deswillkürlichen Beliebens der Kaufleute die Selbstverwaltung derWeber setzen sollte. Mit einem Schlage entpuppte der Arbeitersich als Handwerksmeister und seihst das zierliche zünftlerischeZöpfchen fehlte nicht, denn kein Meister sollte mehr als vierWebstühle (ausgenommen auf Sammet) beschäftigen und keinFabrikant Mädchen (ausgenommen die Töchter verstorbenerMeister) zum Weben annehmen.
Und auf einen Wurf erreichten die Weber noch einweiteres Ziel. Was half ihnen die formelle Selbständigkeit desHandwerksmeisters, was nützte ihnen der Ankauf ihrer Ge-räthe, was besserte sich ihre Lage durch ein Verbot der Ab-züge seitens der Faktoren, wenn ihr Lohn, die Basis ihrerExistenz, ein so schwankender war, dass sie keinen geordnetenHaushalt zu führen vermochten ? Der Brennpunkt, in welchemseit nunmehr fünfzig Jahren alle Bestrebungen der CrefelderWeher zusammenlaufen, ist die Sicherung eines gleichmässigenVerdienstes und dessen Anerkennung durch eine vereinbartegeschriebene Lohnliste. Garantie eines Jahr aus, Jahr eingleichmässigen Einkommens, clas war es, was die Weber durchdie Vereinbarung vom 27. März 1848 erreicht zu habenglaubten, als sie diejenigen Sätze, welche bei den die höchstenLöhne zahlenden Firmen üblich waren, als allgemein ver-bindliche feststellten. — Durch diese Lohnliste wird der Kern-punkt des Gegensatzes zwischen Arbeiter und Kaufmann ge-troffen; sie sichert den ersteren ein fixes Quantum vom Pro-duktionsertrage der Industrie uncl setzt den letzteren einefeste Schranke. Durch sie wird ein ewiger und unversöhn-licher Gegensatz kurzer Hand entschieden. In der Lohn-liste sehen noch heute die Weber das alleinige Heil ge-gen ihr Elend, um sie schaaren sie sich in einhelliger Ueber-zeugung, und wenn sie je dereinst als Jünger ihrer Volks-propheten wieder einmal den Fabrikanten entgegentretensollten, so wird es geschehen drohenden Blickes mit jenemBüchlein in der Hand. Gleiclnnässigkeit der Lohnsätze istihre Forderung, Lohnliste ihre Losung!
Es war am Mittag des 27. März 1848, als die Verein-barung auf dem Rathhause unterschrieben war. Eine freudigeStimmung bemächtigte sich der Stadt; die Fabrikanten sahendas Gewitter vorüber ziehen, die grollenden Weber waren froh,ihre Absichten friedlich erreicht zu haben, und hofften arglos auf
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