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II. 2.
tüchtigen Schwarzfärberei sind bei der internationalen Arbeits-teilung die halbseidnen Stoffe (zur Besatzconfection), die leichtenund mittleren Sainmte und die Sammetbänder auf Hand- undKraftstühlen gefallen, auf Viersen und Mülheim a.R. diegleichen Artikel mit Ausschluss der Stoffe, auf Elberfeld diehalbseidenen und seidenen Stoffe auf Kraftstühlen und auchgemusterte Stoffe. Lyon’s Stärke liegt in mittleren und schwerenganz seidenen Stoffen, in schweren Sammten und feinen ge-musterten Stoffen; St. Etienne zeichnet sich aus in mittlerenund schweren Seidenbändern, in Besatz- und Franjenartikeln,in Sammetband auf Kraftstühlen. Ganz gefährliche Kon-kurrenten sind seit altersher Zürich in den leichten glattenSeidenstoffen und Basel in leichten und mittleren Seidenbändern.England leistet am meisten in leichten und mittleren halb-seidnen Stoffen auf Kraftstühlen und in leichten und mittlerenSeidenbändern.
In den ihre Stärke ausmachenden Artikeln beherrscht dieCrefelder Industrie den einheimischen Markt, ja es ist ihr ge-lungen, sich sogar zu ganz bedeutendem Export aufzuschwingen.Schon im Jahre 1864 blieb (nach den Berichten der Handels-kammer) vom Gesammtwerth der Waaren mit 31 Mill. Marknur die Hälfte im Zollverein, ein Drittel ging nach Englandund der Rest nach Amerika und Frankreich; dies Verhältnisshat sich im letzten Jahrzehnt noch günstiger gestaltet, dennim Jahre 1872 blieben von 77 Milk M. nur 31 in Deutschland,25.4 Milk wurden nach England, 3.4 nach Frankreich, 5.6 inssonstige Europa und 11.7 über See ausgeführt. Unter denArtikeln haben sich die Seiden- und Sammetwaaren stets soziemlich das Gleichgewicht gehalten. Im Jahre 1840 z. B.gingen von 6450 Webstühlen 3000 auf seidene und halbseideneStoffe, 1500 auf Sammet, 1000 auf Plüsch, 800 auf Sannnet-und 150 auf Seidenband, im Jahre 1877: 14794 Stühle aufSammet und 11567 auf Stoffe. Der Aufschwung der CrefelderIndustrie ist ein grossartiger gewesen; sie beschäftigte 1840:6450, 1862: 15000 und 1872 gar 33310 Webstühle. In dengleichen Jahren hob sich die Bevölkerung der Stadt von 25900auf 51445 und 58500, gegenwärtig zählt sie 68000 Einwohner.
Der Crefelder Fabrikantenstand (und hier darf man dieHäuser in Viersen und in den kleineren Orten mit. einschliessen)hat das Verdienst, seine Industrie zu grosser Entwicklung ge-bracht zu haben und geniesst — wohl mit Recht — den Rufeiner geschickten und unternehmungslustigen Kaufmannschaft.Dennoch könnten die Deutschen noch viel z. B. von den PariserHäusern lernen : ). Diese nämlich, die grössten überhauptexistirenden Detailkäufer fertiger Seidenwaaren, versenden ineiner neuen bequemen Hausirform, in Briefcouverts, ihre Muster
9 Jahresbericht der Handelskammer von Elberfeld für 1875.