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II. 2.
Jacquardvorrichtung im Werthe von 60 M. auf jeden Stuhl zusetzen; in geschäftlicher Hinsicht vermochten sie aber nichtsofort neue Verbindungen anzuknüpfen, der Mode zu folgenund sich neue Muster zu verschaffen; die meisten haben da-her den Betrieb eingestellt. Bei den grösseren Fabrikantentraten zu den geschäftlichen Schwierigkeiten noch die tech-nischen; das Anbringen einer Jacquardmaschine an einenmechanischen Stuhl kostet mindestens 300 M., und vor allemgerathen die gesammte Appretur, Spinnerei und andereMaschinen in Stillstand. Die pecuniär weniger gut gestelltenFirmen konnten diese Schwierigkeiten nicht überwinden undhaben ihren alten Betrieb entweder eingestellt oder führen ihnohne erheblichen Gewinn weite]-. Mehrere Häuser sind vollEnergie, obwohl mit grossen Opfern, zur Fabrikation gemusterterWaaren übergegangen, und diejenigen, welche es zuerst thaten,haben auch lohnenden Gewinn gefunden; später hat sich der-selbe hei zunehmender Konkurrenz sehr vermindert. Keu ge-gründete Fabriken sind gleich auf Kammgarnstoffe eingerichtetworden ; alle haben sie aber mit Schwierigkeiten zu kämpfen.Dazu kommt endlich noch die grosse Frage, ob jene Stoffe sichnoch lange für die Männerbekleidung in der Mode haltenwerden.
Die Klagen über schlechte Zeiten sind ganz allgemein,obwohl jeder Einzelne persönlich in seinen Aeusserungen vor-sichtig ist, um seinen Credit nicht zu verderben und denBanquier nicht noch rücksichtsloser zu machen. Die äussereRepräsentation bleibt daher vielfach dieselbe, und die Saisonvon 1877/78 soll sehr glänzend verlaufen sein. Aber dieWirkungen der Krisis treten auch äusserlich zu Tage. DerUebermuth ist zurückgedämmt, das Geldprotzenthum drängtsich nicht mehr widerlich in den Vordergrund, und die Re-gierungsräthe, über deren Köpfe man hinwegsah. spielenwieder ihre Rolle. Die Rosskämme der Stadt gehen arbeitslosund können kaum die Hälfte der Luxuspferde gegen früherverkaufen. Die Verluste kommen freilich in den Tabellen derEinschätzung zur Einkommensteuer nicht zum Vorschein. Dieeinkommensteuerpflichtige Bevölkerung bleibt sich fast gleichund schwankt zwischen 6.5—6.9 Procent der Gesammtbevölke-rung; ja, sogar die höheren Klassensteuerstufen von 1200 bis3000 Mark theilen dasselbe Schicksal; denn auch sie bewegen sichnur zwischen 12.1-13.9 Procent. Scheinbar hat sich die An-zahl der Einkommensteuerpflichtigen im Jahre 1876—77 von1387 auf 1512 nicht unerheblich vermehrt, jedoch nur schein-bar; es liegt dies an einem veränderten Einschätzungsverfahren.Kacli der früheren Praxis wurde das Einkommen sämmtlicherFamilienglieder zusammengerechnet und das Einkommen derHaushaltung als einfaches Object versteuert; dadurch war aber