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Jedoch keineswegs alle Fabrikanten haben den Vorwurfder Verschwendung während der guten Zeit auf sich geladen.Gemäss dem erhöhten Einkommen halten sie alle auch in deräusseren Erscheinung ihr Dasein verziert; aber die Familienmit altererbtem Besitz haben sich nicht auffällig von ihrentraditionellen Lebensgewohnheiten entfernt. Es giebt eineganze Leihe von Männern, welche in geistigen Cultur-genüssen, in der Aufopferung ihrer Zeit und Arbeitskraft fürdie öffentlichen Angelegenheiten des Staates, der Gemeinde unddes socialen Lebens ihre Ehre gesucht und gefunden haben.Indess ist wohl zu beachten, dass gerade in Aachen in dieserHinsicht und in Wohlfahrtseinrichtungen zu Gunsten der Arbeiterweniger geschehen ist als an anderen Orten; die Fabrikantenhaben sich darauf beschränkt, als berufene Capitalbildner desVolks tlieils ihre Etablissements auszudehnen, theils ihrenUeberfluss in Fonds anzulegen.
Darüber hat aber der Fabrikantenstand eine seiner wich-tigsten Aufgaben versäumt. Jeder Culturfortschritt pflanzt sicherst in Generationen durch veredelndes Beispiel von geistig undmoralisch höher stehenden Klassen auf die niedern fort. Einsolch’ würdiges Vorbild hat der Fabrikantenstand den Arbeiterndiesmal in ganz ungenügender Weise geboten. Durch einenglücklichen Zufall waren Beiden die grössten Mittel in dieHände gespielt worden, es fehlte aber beiderseits an einer tiefereninnern Durchbildung, dem Resultate von langjähriger Selbst-zucht und Selbstüberwindung, welche allein befähigt hätten,den unverhofften Glücksgewinn würdig zu verwenden. Daherauf der einen Seite hier und da ein lüsternes Geldprotzenthum,auf der andern vielfach jene ausschweifende Rohheit und Genuss-sucht der untern Klassen. Rechtlich und politisch zu mündigenund freien Männern erklärt, gab es sittlich und geistig nochviele Knechte.
Die seit dem Jahre 1873 über Aachen hereingebrocheneKrisis hat in ihren Folgen auch die Fabrikanten hart betroffen,jedoch die verschiedenen Klassen derselben in verschiedenerWeise. Aber Gruppen lassen sich unterscheiden. Obenan stehtetwa ein Dutzend oder mehr grosser, alter und capitalmächtigerFirmen, welche mit amortisirtem Anlagecapital arbeiten, derenBesitzer einen grossen Theil ihres Einkommens aus Fonds undGrundbesitz beziehen und welche ihren Fabrikbetrieb aufrechterhalten, um die Henne nicht zu tödten, welche ihnen die goldenenEier gelegt hat. Diese Firmen streichen in den flotten Zeitendie grossen Gewinne mit Vergnügen ein und können währendder schlimmen Jahre ruhig einen eigentlichen Gewinn aus derFabrik entbehren. Jedoch resultiren ihre Verluste zum über-wiegenden Theile aus der Entwerthung ihrer Papiere; denngerade sie sind es, welche selbst nach Krisen ihr Geschäft