II. 2.
75
Die Zunahme betrug von 5 zu 5 Jahren:
Jahr
3000
bis
4800
4800
bis
9600
| 9600bis
18000
18000
bis
36000
36000
bis
72000
72000bis ,120000
Summe
1854/59 '
94
132
I 153
154
.!
111
1859,64 .
126
112
130
115
150
121
1864/69 1
120
112
103
173
233
118
1869/74
120
141
j 157
117
185
130
1874/78/9
125
106
109
, 100
77
115
In den 20 Jahren 1854—73 hat die Zahl der einkommen-steuerpflichtigen Personen sich fast verdoppelt; doch ist dieseZunahme in den verschiedensten Einkommenstufen eine ungleichrasche gewesen. Die Anzahl der zu 3000—4800 M. veranlagtenPersonen ist von 100 auf 168, die der zu 4800—9600 M. ver-anlagten von 100 auf 210 gestiegen; dagegen hat die Zunahmein den höheren und höchsten Stufen von 100 auf 286, 430und 500 betragen. Die Anzahl der wohlhabenden Leute inAachen hat sich also kaum verdoppelt, während die der Reichenund Reichsten sich verdrei-, vier- und fünffacht hat. Im Jahre1854 zählte der wohlhabende Mittelstand 551 Personen miteinem Einkommen von 3000—9600 M. gegen 56 Reiche mit9600—36000 M., im Jahre 1873 gab es 1001 Wohlhabendegegen 199 Reiche mit 9600—120000 M. Einkommen. ImJahre 1853 gab es 10, 1873 nur 5 Wohlhabende gegen1 Reichen. Noch greller würde das Anwachsen der grossenVermögen ins Auge springen, wenn man als Ausgangspunkt derVergleichung das Jahr 1845 nähme.
Ein bedeutender Zuwachs des Vermögens hat im Jahr-fünft 1869— 74 stattgefunden. Die Steigerung betrug 30 Prozent,und zwar wird auch hier die der wohlhabenden Klassen mit20 und 41 Procent durch die der Reichen und Reichsten mit57, 17 und 85 Procent überragt. Es floss die Zunahme desEinkommens aus allerlei Quellen; nicht zum wenigsten hat derflotte Gang der Aachener Industrie dazu beigetragen; es werdenFabrikanten genannt, welche 150000 M., andere, die 60 bis90000 M. im Jahre verdient hätten. Unter den Männern,welche plötzlich wohlhabend wurden, gab es eine Reihe Commis,Kaufleute und Geschäftsmänner niederen Ranges. Durch einenZufall von der Welle des Glücks zu den stolzen Höhen desReichthums emporgetragen, kannte der Uebermuth vieler dieserLeute keine Grenzen; ohne die innere Gewähr für eine würdigeVerwendung der grossen Mittel, suchten sie in äusserem Glanzedie einzige Repräsentation ihrer neu erworbenen Stellung.Auch in Aachen beginnt eine Zeit der unsinnigen Verschwendung,der luxuriösen Häuserbauten, des Equipage-Haltens, der Festeim Kurhause, der Putzsucht der Frauen und aller Maasslosig-keiten in Essen und Trinken der Männer; der grössere äfft