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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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es haben grosse Entlassungen stattgefunden, und nur dietüchtigsten, wohlhabendsten und sparsamsten Mechaniker sindnachgeblieben. Bis zum Jahre 1875 war die Bewegung inden Prämien- wie in den Sparkassen eine stetig zunehmende;seit 1876 begann der Rückgang, und schon übersteigen dieRückzahlungen die Einlagen ganz bedeutend (vgl. Anlage III).

Trotz der vorgeführten Zahlen ist das Sparen in denKassen noch nicht in die Massen der Arbeiter gedrungen; das-selbe erscheint ihnen zu sehr auf eine unsichere Zukunft ge-richtet und ohne augenblicklich ersichtliches Resultat. Zugleichhat auch der Eabrikantenstand es unterlassen, die allerverbrei-tetste und gewöhnlichste Gelegenheit zum Sparen, nämlich zumErwerb eines eigenen Häuschens durch Gründung einer Actien-baugesellschaft, den Arbeitern zu bieten, und so bleibt denArbeitern nichts anderes übrig als in Genussmitteln zu sparen.Kommt die gute Zeit, so werden Kleider, 'Wäsche, Möbel wiederangeschafft; es braucht der Arbeiter nicht mehr im Winter zufrieren und Abends im Dunkeln zu sitzen; er kann ein paarMal in der Woche Fleisch essen, um sich und die Kinder zukräftigen, und die Metzger erzählen mit Vergnügen von derschönen Zeit, wo kein Arbeiter ohne Fleisch oder 'Wurst, oftfür 5060 Pfennige, zur Fabrik ging; in der guten Zeit for-dern Staat und Stadt die Klassensteuer und der Lehrer dasSchulgeld. Alle diese Anforderungen wachsen nunmehr soplötzlich, dass die alleinstehenden Arbeiter und die Familienmit erwachsenen Kindern ihnen nicht ohne Mühe gerechtwerden können; heim geringsten Unfall, namentlich bei Krank-heit, tritt selbst heim höchsten Lohn die Unterstützungsbedürftig-keit ein. Die Arbeiterfamilien mit zwei kleinen Kindern bleibenselbst in den besten Zeiten Canclidaten der Armenunterstützung,und es ist eine von den verschiedensten Privatpersonen, vonStaatsbeamten wie vom Chef der Armenverwaltung beglaubigteThatsache, dass Familien mit drei und mehr kleinen Kindernzu allen Zeiten hilfsbedürftig sind.

Erwägt man nun, dass nur ein Theil des tüchtigen Ar-beiterstammes, welcher bei erwachsenen Kindern sich in ge-ordneten Verhältnissen befindet, Ersparnisse in Baargelcl ge-macht hat, dass ein anderer Theil nur dazu gekommen ist, denin vorhergegangenen schlechten Zeiten reducirten Hausbedarfzu erneuern, dass ein dritter Theil selbst in guten Jahren zeit-weise oder auch dauernd die öffentliche Armenunterstützungin Anspruch nehmen muss, und dass endlich die grosse Masseder letztherangezogenen ungelernten Arbeiter, welche zuerstbeim Rück-gang der Konjunktur entlassen werden und danndie überzählige Industriebevölkerung bilden, sich noch garnicht in ihren neuen Verhältnissen consolidirt hat, so wirdman leicht begreifen, mit welch vernichtender Gewalt die