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Nippessächelchen der gnädigen Frau stehen sollten, rollen dieKartoffeln. Für fünf Thaler monatlich kann der Arbeiter dadraussen schon zwei, ja drei schöne Zimmer miethen: hoch,hell, luftig, mit grossem Hof und breiter Strasse, und viele sindes, die dort wohnen. Andere bleiben im Innern der Stadt,theils weil sie der Fabrik näher sein wollen, theils weil siesich ihrem Vermiether verpfändet haben, theils weil sie z. B.in der St.-Foiianspfarre, der reichsten, zu sehr billigen PreisenMahlzeiten seitens des Caplans erhalten.
So leben theils schlecht, theils besser die Arbeiter; zahl-reiche Spulerinnen. Spinnerinnen und Weberinnen besitzenaber in der Stadt überhaupt keine Wohnung. Stellt man sichim Sommer um 7 oder 8 Uhr Abends vor das Sandkaulthor,so sieht man die Stadt sich entladen und in langen Zügen dieArbeiterinnen ihren heimathlichen Dörfern zueilen; ihnen ent-gegen strömen die städtischen Mädchen, die auf dem Landebeschäftigt sind, und die beiden Ströme aus- und einziehenderArbeiter beleben die Thore und Steinwege. Am linken Armhängt der grünlackirte Blechkorb, in welchem sie ihre Nahrungmitgebracht haben, die einen munter sich unterhaltend, dieandern auch jetzt nach vollbrachtem Tagewerk eifrig am Strick-strumpf beschäftigt. Sie haben oft eine Stunde weit zu gehen,und dieser weite Gang am Morgen und Abend, die kräftigereNahrung und bessere Wohnung geben den Landkindern eingesunderes Aussehen als den städtischen Fabrikmädchen. VielenMädchen, z. B. denen aus Yaels und Cornelimiinster, den Berg-mannstöchtern aus Kohlscheid liegt die Heimath schon zu fern,und nur Samstags gehen sie nach Hause. Montag früh kehrensie dann zurück mit dem Mundvorrath für die ganze Woche:Kartoffeln, einem achtpfündigen Brote, im Innern ein wenigausgehöhlt, worin sie Butter oder Schmalz verbergen; Mittwochskommt die Mutter zum Markt und bringt den Töchtern neueNahrungsmittel, welche diese sich Morgens kochen und währendder Pausen aufwärmen. Die Nacht bringen sie in der Fabrikzu. und da Schlafsäle ganz vereinzelt vorhanden sind, suchensie sich im Sommer Tücher und Wollsäcke in den Noppräumenund in der Feinspinnerei zusammen, im Winter aber flüchtensie sich in die heissen Räume der Grobspinnerei und in dieWebsäle, und in den gleichen Räumen, wo sie des Tages14 Stunden bei Staub und Gestank gearbeitet haben, liegensie auch des Nachts auf Säcken, die mit Flocken und Abfällenausgestopft sind. Solche Verhältnisse herrschen ganz allgemeinin Aachen wie auch namentlich in den ländlichen Fabriken,von denen die Arbeiter weite Wege nach Hause haben. Zwarwird dadurch das überaus traurige Quartiergängerwesen ver-mieden; auch sind in sittlicher Beziehung keinerlei Klagen lautgeworden; aber in gesundheitlicher Hinsicht ist der Schadenoffenbar und die Konkurrenz der ländlichen Arbeiterinnen mit