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II. 2.
der sonst alle Beschäftigung verloren, etablirt sich schon derbequemen Lebensweise wegen als Wirtin und in Folge einerverfehlten Gesetzgebung vermehren die Wirthschaften gerade j
während der schlechten Zeit sich ganz ausserordentlich. Die j
Wollust, deren Befriedigung dem Manne Geld kostet, bietetdem Weibe lohnenden Erwerb. Das Mädchen, welches früherals rein galt, sucht sich jetzt einen Liebhaber, und treten die iFolgen des Verhältnisses ein, so können sie beim geringen |Verdienst sich doch nicht heirathen. Die Eheschliessungennehmen ab, die Zahl der unehelichen Geburten vermehrt sich.
Das Mädchen, welches früher einen einzigen Geliebten besass,gehört jetzt der ganzen "Welt: noch nie sah man im Zwielichtdes Lampenscheins so viele unstät über den Friedrich-Wilhelms-platz streichen, noch nie hat die Polizei so viele aufgegriffenund registrirt als heute. Und auf dem Lande, wo dem Bettlerhohnlachend die Thür vor der Nase zugeschlagen wird, da er-greift ihn bitterer Hass gegen den Verweigerer des Almosensoder des doch so berechtigten Stückchens Brot; aus Rache er-greift er die Fackel und steckt das Haus in Brand (wie es imKreise Erkelenz geschehen). Andere brechen das Gesetzund — nehmen. So lauert in düsterer Ferne als letztes Asylfür die Arbeitslosen in der Krisis die Kneipe, das Iluren- unddas Zuchthaus!
Hier für die Stadt Aachen der Beweis in Zahlen!
Ehe-
Uneheliche
Aufgegriffene Dirnen
Jahr
schlies-
Geburten
sungen
im “Winter i im Sommer
zusammen
1870
597
110
21
i 12
33
1871
590
86
6
34
40
1872
785
94
17
20
37
1873
736
96
19
28
47
1874
736
105
23
46
69
1875
732
112
12
26
88
1876
634
128
20
i 43
63
1877
630
132
45
; 5G
101
Jahr
Gastwirt-
schaften
Schankwirth-Ischalten |
Kleinhand-lungen mitBranntwein
I »iebstähle
j Sonstige Poli-| zeivergehen
1870 !
160
177 1
114
113
S34
1871
160
198 !
116
202
836
1872 -
—
— !
203
768
1873 ’
183
187
111
192
660
1876 ;
276
167
119
268
1285
1877 ,
305
167
114
304
1332
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