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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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II. 2.

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dein. Aus Iserlohn sind sogar Nähnadeln ohne Augen ins In-nere Afrikas zum Tauschhandel abgegangen.

So kehren bei beiden Klassen der Gewerbtreibenden diegleichen Vorwürfe nur unter anderer Form wieder: der Mangel anFachbildung und an geschäftlicher Moral. Dem Fabrikanten-wiedem Arbeiterstande fehlt es noch in vielen Berufen an einer rühm-lichen Ueberlieferung in dieser Hinsicht und beide sollten ihre Auf-gabe nicht darin sehen, sich gegenseitig zu beschimpfen (wie es na-mentlich die Fabrikanten tlnin), sondern durch strenge Selbstzuchtjene Last abzuwälzen streben, welche ihren gemeinsamenUrsprungin Deutschlands wirthschaftlicher Zurückgebliebenheit hat.

Trotz seiner zahlreichen Mängel ist der Aachener Fabri-kanten- und Arbeiterstand lange nicht der schlimmsten einer.Die von ihm geleitete Industrie hat seit altersher eine ehren-volle Rolle auf dem Weltmärkte gespielt und ihr augenblick-liches Darniederliegen hat seinen Grund weniger in den Per-sönlichkeiten und deren Eigenschaften, obwohl diese ja mit-wirkend sind, als vielmehr in den Konjunkturen, welche derlocalen Beeinflussung entzogen, die Menschen in ihren Strudelgerissen haben.

Die Kriegsjahre 1870/1 hatten eine ganz veränderte Situ-ation hervorgebracbi. Frankreich verlor von seinen vier grossenFabrikdistricten Sedan, Klboeuf, Carcassonne und Bischweiler,letzteren sogar ganz; der erstere wurde für längere Zeit lahmgelegt und Elboeuf hatte erheblich gelitten; die KonkurrenzFrankreichs war also während dieser Periode nicht zu fürchten.Dazu stieg die Nachfrage in Deutschland, in der ganzen Welt,und es nahm die Tuchindustrie des Aachener Bezirks sowohldurch Vergrösserung der schon bestehenden Fabriken wie durchGründung neuer einen ungemeinen Aufschwung, welcher gleichanfangs besonnene Leute mit Besorgniss erfüllte. In Aachenund Burtscheid producirten im Jahre 1871 80 grössere Tuch-fabriken mit ebenso viel Dampfmaschinen von 3000 Pferdekraftbei 10,000 Arbeitern etwa 200.000 Stück Tuch im Werthe von3G Mill. Mark. Ausserdem gab es noch eine Menge kleinererTuchwebereien, da viele Commis die Zeit gekommen glaubten,selbständig werden zu können; ihr Betriebssystem war in Folgedes Capitalmangels das hausindustrielle, manche mietheten sichauch Raum und Dampf kraft in Fabriken oder Hessen einzelneTheilarbeiteu gegen Lohn ausführen. Eine ähnliche Ausdeh-nung von Producenten und Produktionsmitteln fand auch inBerlin, in Schlesien, in der Lausitz statt, während an andernOrten wie in Gladbach und Rheydt Firmen, welche früher nurgrobe, sogen. Bauerwaaren gemacht hatten, sich auf die Fa-brikation von imitirten halbwollenen Buckskins und Paletot-stoffen warfen.

Selbst für eine derart gesteigerte Produktion fand sichnoch Absatz. Die Aachener Industrie arbeitete mit fast allen