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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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II. 2 .

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| Vor allem handelte es sich um die Appretur, den entscheidehd-

1 sten Vorgang bei der Fabrikation, weil durch dieselbe das

3 Aussehen der Waare bestimmt wird. Die Weber- und die Tuch-

| scbererzunft waren getrennt; wollten die Webermeister nach

| eigenem Gefallen oder gemäss den ihnen gewordenen Bestel-

1 langen scheren lassen, so durften sie solches ohne Erlangung

des Meisterrechts nicht thun. Sie Hessen also ihre Söhne beizünftigen Meistern als Lehrlinge einschreiben, erkauften ihnennach vollbrachter Lehrzeit und bestandener Prüfung das Zunft-recht, richteten alsdann eine Werkstätte auf und besetztendieselbe mit soviel Gesellen, als zur Bestreitung ihrer Fabriknötliig waren. Ermöglicht wurde ihnen das durch das Reichs-gesetz vom Ja hre 1731 ^ wodurch die Beschränkung der Knechte-zahl heim Handwerk als schädlicher Missbrauch aufgehobenwar. - Das machten sich nicht allein dfe~Kaufleute zu Nutz,sondern auch die Weber- und die Färbermeister aller Art. Diekleinen Leute sahen sich durch diese anwachsenden Kapitalistenbedroht und wollten es nicht dulden; hieraus ergaben sich dieheftigsten Händel. Doch Kaiser Franz drang unter dem4. August 1764 strenge auf die Durchführung des Gesetzes,und der Rath versuchte schon früher einzulenken, indem erunter dem 21. Mai 1762 die zulässige Knechtezahl auf viererweiterte. Jndess das fruchtete nichts; eine Reihe von Pro-cessen entstand, und das Resultat war auch hier, dass dieFabrikanten ihre Werkstätten mit so viel Gesellen zu besetzen; strebten, als ihre eigene Arbeit erforderte).

Mit der französischen Herrschaft fielen alle rechtlichenSchranken, und die lang zurückgehaltene, verspätete Ent-wicklung ging mit Riesenschritten vor sich. Intelligenz undCapital strömten in die Stadt; geräumige Häuser und Plätzestanden dort leer; Arbeitskräfte waren in Fülle vorhanden;das Spinnen durfte man'zu billigem Lohne auf dem Landebesorgen hissen und der Absatz im weiten französischen Reichewar ungemein gewinnbringend, zumal Napoleon seine volleHuld der Stadt zuwandte, welche der Lieblingsaufenthalt seinesVorbildes, des ersten fränkischen Kaisers, gewesen war. Dietechnischen Verbesserungen waren ausserordentliche: seit 1798 \ wurde Kasimir von bewunderungswürdiger Feinheit, seit 1798Kalrnuk, Coating und Kreuzwerk für Frankreich, seit 1802Woolcoats für Paris, auch Bombasin aus Baumwolle verfertigt;meist waren es im Stück gefärbte Tücher. Im Jahre 1784, wurde der Werth der Aachener Wollwaaren auf 5 1 / 2 , 2 ) imJahre 1806 schon auf 9 Mill. Frcs., die Zahl der Wollarbeiterauf 3000 und deren Angehörige auf 6000 geschätzt.

*) Manuscript des H. Bandes von Meyer: Aachensche Geschichten,Bruchstück im Stadtarchiv.

4 ) (de Barjolles:) Lettres sur la ville et les eaux dAix-la-Chapelle

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