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Die Sprachreinigung und ihre Gegner : eine Erwiderung auf die Angriffe von Gildemeister, Grimm, Rümelin und Delbrück ; Festschrift zur Begrüßung der 1. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins in Dresden am 8. und 9. Oktober 1887
Entstehung
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Wetter spricht, klingt cs nicht oft, als sci ein Dämm vom Dlonde herunter-gcfallcn, dcr die Sprache der DIenschen nicht versteht?"

Das schlimmste Hörderungsmittel der Hremdwörterei ist die Hremdsüchtelei,der Diangel an nationalem Sinn. Die Ausländerei ist ein alter, tief ein-gewurzelter Hehler unseres Volkes, jene bewundernde Ehrfurcht vor allein, wasfremd heißt, die Aberzeugung, daß das, was weit her ist, d. h. aus der Hernekommt, auch in anderen! Sinne weit her, d. h. besser als das Einheimischesei. Das ist ein alter Schade. Schon Simon Rot, der Verfasser des erstenHremdwörterbuches v. Z. ch72, wirst den Deutschen vor, keine andere Nationunter der Sonne sei sosürwitzig, äffisch und nachthätig als die deutsche." Hichtehält zürnend in seinen Reden an die deutsche Nation seinen Landsleuten vor,dein Deutschen klinge römischer Laut edler, römische Sitte scheine ihm seiner,dagegen die deutsche gemein, sein größter Triumph sei, wenn man ihn nichtfür einen Deutschen, sondern etwa für einen Engländer oder Spanier halte, jenachdem nun eurer von diesen gerade am meisten Diode sei." Auch unser großerReichskanzler, Hürst Bismarck, hat sich zu wiederholten Dialen mit bitteren Wortenüber diese Auslandssucht der Deutschen beklagt, über die einzig dastehendeHähigkeit der Deutschen, in die lhaut eines anderen, besonders eines Ausländerszu fahren. Wie häufig hört man die Alage, daß der Deutsche in: Auslandeseine Sprache und sein Volkstum bald ausgiebt, daß er seinem ehrlichen deutschenNennen eine englische oder französische, ja sogar magyarische oder tschechischeHorm giebt. Wer diesem Erbfehler der Deutschen, der Ausländern, fröhnt, deinist es einerlei, wie seine Sprache behandelt wird: es ist ja nur Deutsch! Umgekehrtwer Gefühl für sein Volk hat, wer daraus stolz ist, ein Deutscher zu sein,der wird auch seine Sprache lieben, seine DIuttersprache, wie es so sinnigheißt, die er von den Lippen der treuen DUitter gelernt hat, die sich mit denheiligsten Erinnerungen seiner fugend verwebt, in welcher die großen Denkerund Dichter seines Volkes zu ihm sprechen. Ja die Dkuttersprache ist einherrliches, heiliges nationales Gut. Dcchr als Bodenbeschasfenheit und Aörper-bau, inehr als Sitten und Gebräuche scheidet die Sprache die Völker von ein-ander. Und anderseits hält wiederum nichts die Angehörigen desselben Stammesso innig zusammen wie die Sprache. Was hat Deutschland in früheren trübenZeiten geeinigt trotz aller Zerrissenheit? Was verbindet noch jetzt die Deutschenaußerhalb des Reiches, ja außerhalb Europas mit dein Dkutterlande? Vorallem die gleiche Sprache.Ein geistigeres und innigeres Element des Lebensals die Sprache hat ein Volk nicht," sagt Arndt:will also ein Volk nichtverlieren, wodurch cs Volk ist, will cs seine Art mit allen seinen Eigentümlich-keiten bewahren, so hat cs aus nichts so sehr zu wachen, als daß ihm seineSprache nicht verdorben und zerstört werde."

Zn der That lehrt die Geschichte unserer Sprache aus das deutlichste, daßVaterlandsliebe und Begeisterung für die Dcuttersprache lhand in lhand gehen,daß in den Zeiten nationalen Aufschwungs der Eifer für die Sprache wächst,in den Zeiten der Abspannung und der Ghnmacht dagegen ermattet.Der