Druckschrift 
Die Sprachreinigung und ihre Gegner : eine Erwiderung auf die Angriffe von Gildemeister, Grimm, Rümelin und Delbrück ; Festschrift zur Begrüßung der 1. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins in Dresden am 8. und 9. Oktober 1887
Entstehung
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HI.

Der Aampf gegen die Fremdwörter einenationale Pflicht.

Menu inan fragt, warum trotz aller der Gründe, welche gegen den Ge-brauch von Fremdwörtern sprechen, dennoch viele Tausende von fremden Aus-drücken täglich und stündlich angeweudet werden, so lautet die Antwort: H ausalter, übler Gewohnheit, 2) aus Bequemlichkeit und Gedankcnträgheit;

aus Eitelkeit und Boruehmthuerei; q.) aus Fremdsüchtelei und Wangelan nationalem Ein::.

Die erste Ursache ist am leichtesten zu entschuldigen. Don früher Jugendaus sind wir an Fremdwörter gewöhnt, bei dem Unterricht, namentlich in denhöheren Echulen, in Büchern und Leitungen, im Bricsverkehr, in: Gespräche, inWissenschaft und Uuust überall klingen: sie uns entgegen. Rein Wunder,wein: sie uns gegen Wissen und Willen von selbst aus die Zunge und in dieFeder kommen. Eehr bezeichnend hierfür ist die Äußerung eines Gelehrte::,welche der Herausgeber der Zahrbücher für die deutsche Armee und Warme,Oberstlieutenant von Wardes, in derH>ost" von: 22. Wai ^887 mitteilt. Erhatte diese,: um die Erlaubnis gebeten, in einen: eingesandten Aufsatze dieunnötigen Fremdwörter zu beseitigen. Daraus schrieb ihn: der Einsenderzurück, er sei vollständig damit einverstanden und billige durchaus solche Eprach-reiniguugsbestrebungen.Wein: ich gleichwohl," so schreibt er wörtlich,oft indei: alte:: Fehler, unnützer Weise Fremdwörter zu gebrauche::, verfalle, so ist daseben die Wacht der leidigen Gewohnheit, gewissermaßen eine Folge unserergelehrten Erziehungsmethode. Ich bin förmlich erschrocken über die Wengeüberflüssiger Fremdwörter, die Eie aus meiner Arbeit zusannnenstellen."

Zn der That wisse:: viele gar nicht, in welchen: Waße sie unter den: Banneder Fremdwörterei stehen. Dafür erzählt Fannq' Tehwald ii: der National-Zeitung von: 6. Zuin ch86 ein ergötzliches Geschichtchen. Eie hatte im Zahre ichq.7einen kleinen Roman Diogena geschrieben, in welchen: sie unter anderen: auchden mit Fremdwörtern durchsetzte:: Etil der Gräfin Zda Hahn-Hahn verspottete.Eie fand damit vielen Beifall, namentlich auch bei einen: gelehrten Geheimrat,welcher in ihrer Gegenwart seine besondere Genugthuung darüber aussprach,daß nun: den:miserablen Ealon-Zargon" der Hahn-Hahn entgegengetretensei. Er sagte das mit voller Unbefangenheit und erst, als er die anderen lachensah, merkte er, daß er selbst der alten Gewohnheit zun: Opfer gefalle:: war undstimmte nun herzlich in das Gelächter der übrigen mit ein.