III.
Herman Grimin.
lh. Grunms Aufsatz in der Deutschen Rundschau (ch86, 5. Z(ch — IOö)führt die Aufschrift: Die Bereicherung der Deutschen Sprache durch Auf-nahme fremder Wörter. Lin Essay. Unterzeichnet ist er nur mit seinenAnfangsbuchstaben ch. G.
Schon die Aufschrift zeigt uns, daß Grimm für die Fremdwörter cintrithdie Fremdwörter sind an sich eine Bereicherung unserer Sprache. Die Ursache,warum wir so viele Worte aus fremden Sprachen ausnehmen, ist das „uns an-geborene universelle Streben", der Wunsch möglichst viel fremde Begriffe unsanzueignen. Näheres über das Eindringen der Fremdwörter hören wir weiterunten (S. ZOz): „Im vorigen Jahrhundert, als die französische Bildung unfernBnttelstand und Adel beherrschte, tritt die Blühe (!) hervor, uns (!) unter demEinflüsse und mit lchlfe des Französischen zu eigenem Ausdrucke fremderIdeen empor zu arbeiten; — warum denn, da uns diese Sprache so viel ge-währte, ihre Geschenke an Worten und Begriffen, die dankbar einst von unsangenommen wurden, heute verfolgen? jDer Gebrauch tatsächlich ent-behrlicher französischer Worte und Wendungen ist heute geringer als mandenkt."
Also mit chilfe der französischen Fremdwörter arbeiteten sich die Deutschenzum eigenen Ausdrucke fremder Ideen empor — ein sonderbarer eigenerAusdruck! — And gab es deuu vorher keine Fremdwörter? Zu welcher Zeit,in welcher Art die Fremdlinge zu uns gekommen sind, davon scheint er nichtszu wissen. Sie sind „Geschenke an Worten und Begriffen", für die inan dank-bar sein muß. Natürlich liegt nach ihm gar kein Grund vor, die Fremdwörterzu befehden. „Daß jemand, wo ein deutsches Wort vollgültig zu Gebote steht,noch besonders dazu airgehalten werde es auch zu thuir, dazu giebt der Zustandunserer Litteratur keine Beranlassung. Dies Iie(gt schoch innerhalb des all-gemeinen gesunden Blenschenverstandes. Das Rationelle verschafft sichüberall heute Geltung. Deutsche Worte lieber zu gebrauchen als fremde, liegtiir unserer physischen Beschaffenheit. Unsere Sprache ist ein j?roduet unseresAörperbaues(!). Deutsche Worte fließen uns am bequemsten von der Zungeund den Lippen, sie dringen uns erfreulicher ins Vhr (als fremder Laut (S. ZOq.)".
Das sind vorzügliche Zugeständnisse, wenn man auch deu Satz, daß dieSprache ein Iroduet unseres Uörperbaues sei, nicht zu unterschreiben braucht:
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