Hans Delbrück.
Au unseren drei hauptgcgncrn gesellt sich als vierter ein schneidiger Kämpe,welcher im Gegensätze zu seinen Genossen den Sprachverein offen angreift undihn wenn auch nicht mit Gründen, so doch um so tapferer — mit Schmäh-ungen bekämpft. Hans Delbrück, außerordentlicher Professor der Geschichte ander Universität Berlin und Mitherausgeber der Preußischen Jahrbücher, ver-öffentlichte zuerst einen kurzen mit D. Unterzeichneten Aufsatz in den PreußischenJahrbüchern (s887, Aprilheft, S. Zsp f.) und sodann einen zweiten Aufsatz inder Berliner „Post" von: 26. April s887 mit der Unterschrift: „Delbrück, Mit-glied des Reichstages." h
Sogleich der Anfang des ersten Aufsatzes ist bezeichnend für den Stand-punkt, den der Verfasser einnimmt, und den Ton, den er anschlägt. „Es giebtkeine große Bewegung des öffentlichen Geistes", so beginnt Delbrück, „die nichtsofort an irgend einer Stelle zu einer Tarricatur ausliefe. Als im Buli s870die deutsche Äugend zu den Waffen griff, erschien eine patriotische Balleteusemit einem Aufruf, auch eine Frauen-Freischar zu bilden. Die sociale Reformdes Reichskanzlers treibt unausgesetzt Projectenmacher-Schößlinge. . . Besonderszahlreich aber sind naturgeinäß die Albernheiten, welche der Predigt und demWachsen des nationalen Gedankens in Deutschland von den kleinen Geisternaller Ecken und Enden angehängt werden, so zahlreich, daß sie nachgerade zueiner positiven Gefahr werden." hierzu gehört der „Allgemeine deutscheSprachverein mit vier Dichtern im Vorstande, die die deutsche Sprache vonunnötigen fremden Bestandteilen reinigen wollen."
Das ist unhöflich, sehr unhöflich gesprochen gegen einen Verein, derTausende von Männern aus den angesehensten Kreisen unseres Vaterlandes zuseinen Mitgliedern zählt, welchem ebenso Vertreter deutscher Fürstenhäuser wieGelehrte von europäischem Rufe und namentlich auch eine große Anzahl vonAmtsgenossen Delbrücks angehören. Sie alle stellt Delbrück auf eine Stufe
*) Der erstere Aufsatz ist vollständig, der zweite im Auszüge abgcdruckt in der Zeitschriftdes Allgcui. deutschen Sprachvereins Z887 Nr. ZA S. 208—2zy.
**) Beispielsweise will ich erwähnen, daß folgende Leipziger Professoren den Aufrufzur Gründung eines Zweigvcreius des allgem. deutschen Sprachvereins in Leipzig unterzeichnethaben: Friedrich Jarucke, Rudolf Ihildebrand, Georg Ebers, Leskicn, tvundt, dieAousistorialräte Baur und Fricke, Geh. tfosrat Stobbe; ferner diePrivatdoccuten v. Bahderund Kögel. Dem jetzigen Vorstände gehört unter anderen auch der berühmte Rechtsgclehrtetvindscheid an.