Gegner der Sprachreinigung.
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Gildemeister.
Daß dein so frisch aufblühenden, überall mit so warmer Teilnahme be-grüßten jungen Vereine auch Angriffe nicht erspart bleiben würden, war voraus-zusehen. Giebt cs doch noch immer genug Leute in unserem Vaterlande, welche dieFremdwörter für etwas besonders Heines ansehen — sie klingen ja so „ge-bildet" —, oder die doch wenigstens von fugend aus sich so an den Gebrauchderselben gewöhnt haben, daß sie nicht davon lassen wollen; und auch mancher,der es wohl erkennt, daß ihm ein Zopf im Nacken hängt, kann sich doch nichtentschließeil ihn abzuschneiden: es ist ein gar so lieber alter Zopf!
Als Gegner der Sprachreinigung sind in jüngster Zeit namentlich vierAlänner ausgetreten: Otto Gildemeister, lherman Grimm, Gustav
Rümelin und paus Delbrück. Gildemeister hat in Rodenbergs deutscherRundschau (j886 Bd. qfl S. c>Z—einen längeren Aufsatz veröffentlicht unterder Aufschrift: „Der Dampf gegen die Fremdwörter"; Grimm in demselbenZahrgange der Rundschau (S. ZOf—ZOö) eine kürzere Abhandlung: „Die Be-reicherung der deutscheil Sprache durch Aufnahme fremder Wörter. Tin Tssay."Rümelin bekämpft die Sprachreinigungsbewegung in einer bei der akademischeilPreisverteilung zu Tübingen gehaltenen und bei Alohr in Frei bürg ;887 heraus-gegebenen Rede über „die Berechtigung der Fremdwörter." Delbrück endlichist als Gegner des Sprachvereins aus den Dampfplatz getreten in zwei kürzereilAussätzen, von denen der eine in den preußischen Jahrbüchern (f887 S. Z<jö schder andere in der „Post" vom 26. April f887 abgedruckt ist.
Diese vier Alänner sind nicht eigentliche Fachleute aus dem Gebiete derdeutscheil Sprache: Gildemeister ist Rechtsgelehrter und geistvoller Abersetzer,Grimm Dunstgelehrter und Romanschriftsteller, Rümelin Rechtsgelehrter undStatistiker, Delbrück Geschichtsforscher —, aber wenn sie auch nicht Sprachforscher-voll Fach sind, so sind es doch hoch angesehene Schriftsteller, wissenschaftlichtüchtige Alänner, die sich ans ihren Arbeitsgebieteil einen geachteteil Namen er-worben habeil. And gerade auf dem Felde der Fremdwörter hat jeder Deutschedas Recht, ja die Pflicht sich seine Aleimmg zu bildeil; denn diese Frage gehtnicht die Sprachgelehrten allein, sondern das ganze Volk an. Natürlich abermuß man verlangen, daß, wenn jemand als Schriftsteller auf irgend welchem