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Verfasser ist Richter), wenn ich hoffen darf, daß cs mir gelungen sei init Hilfeder Reinhaltung jedem das, was ich sagen wollte, verständlich zu machen, undimmer mehr wächst mir unter der Hand die triebe zur Muttersprache, die Ver-ehrung für ihre Kille, ihre Tiefe und Schönheit." Das sind treffende, auswirklicher Erfahrung geschöpfte Morte!
Neben der Rücksicht aus den guten Geschmack und auf Alarheit der Dar-stellung muß uns auch das Streben nach Sprachrichtigkeit von dein Gebraucheentbehrlicher Fremdwörter zurückhalten. Denn nirgends läuft man so leichtGefahr, Sprachfehler zu machen, wie bei den fremdsprachlichen Ausdrücken, beiwelchen uns unser angeborenes Sprachgefühl im Stiche läßt, Ich will hiernicht aus die unzähligen Hehler eingehen, welche bei mündlichem und schriftlichemGebrauche von Fremdwörtern gemacht werden, auf die oft überaus scherzhaftemVerstümmelungen fremder Ausdrücke, aus die bei unseren Fremdwörtern häufigvorkommenden Abweichungen von dem Sprachgebrauche des betreffenden Volkes,auf die häßlichen Mißbildungen, die vielfach mit unterlaufen; — ich verweisehierfür auf meine Verdeutschungen S. 2z—2c). Nur einige Beispiele aus demAussatze Gildemeisters will ich herausgreisen, um zu zeigen, daß selbst so sprach-kundige und sprachlich feinfühlende Männer wie unser geehrter Gegner bei derAnwendung von Fremdwörtern straucheln können.
Gildemeister verbreitet sich S. f06 über die wunderbare Mischsprache unseresHeeres, bei der man förmlich stutze, wenn inan einmal aus ein Fachwort deut-schen Manges stoße, und fährt dann nach Auszählung verschiedener Hll-obenwörtlich fort: „Unleugbar lassen viele militärische Begriffe sich eben so gut, eben sokräftig, verständlich und bequem im Deutschen ausdrücken wie in der herge-brachten >iiiL,'U!r t'runen," Mas soll hier die linA'ua tranon? Unter diesemAusdrucke versteht man die eigentümliche Mischsprache, welche sich im Anschlußan das Italienische in den Häsen des Mittelmeeres, namentlich in Aleinasieu,unter den Seeleuten und Händlern ausgebildet hat. Mas haben aber unsere Heeres-einrichtungen, die im vorigen Jahrhundert ihren jetzigen französischen Anschnitterhalten haben, mit dein verdorbenen Italienisch der Mittelmeerhäsen zu thun?Natürlich nicht das geringste; Gildemeister meint auch offenbar mit der !in»nu tr-mc-unur das Französische, er wählt aber — wahrscheinlich um des vollen Alangcswillen - den italienischen Ausdruck und - wendet das Fremdwort falsch an.
Ein zweites Beispiel. Gildemeister wird aufgebracht, wenn das Fremd-wort „iu die lediglich eonstruetiven Teile des Satzbaues (!) eindriugt", wiePolitik ä I-r Bismarck, ein Eeutner per Alaun. Er nennt dies „Geschmacks-rohciten, Versündigungen an der inneren Textur der Sprache (S. ff-H."Mas heißt Versündigung an der inneren Textur einer Sprache? Textur istGewebe. Alan versündigt sich also an dem Gewebe der Sprache! — jedenfallsein kühner Ausdruck. Mas soll aber die innere Textur, das innere Gewebe?Giebt es auch ein äußeres Gewebe der Sprache?
An einer anderen Stelle (S. f02) setzt er auseinander, daß die Deutschen„init ganzer Araft sich dem Inhalte der neuen Aulturschätze zuwandten und