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Die Sprachreinigung und ihre Gegner : eine Erwiderung auf die Angriffe von Gildemeister, Grimm, Rümelin und Delbrück ; Festschrift zur Begrüßung der 1. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins in Dresden am 8. und 9. Oktober 1887
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bringenden Gesellschaft war, hörte der Geschichtsforscher Leti während einessechswöchigen Aufenthaltes in Berlin nie einen Edelmann oder eine Damedeutsch sprechen (vgl. Ls. Liesche, Einfluß der französischen ^Sprache auf diedeutsche, Dresden ^87s, S. H5 A. 2). Und selbst Friedrich Wilhelm I., der ge-schworene Feind alles undeutschcn Wesens, sprach, wenn Besuch bei Hofe war,stets französisch. Aber nicht nur in der Sprache, sondern auch in Sitten undEinrichtungen ahmte man die Franzosen nach. Das Heerwesen wurde nachfranzösischem wüster umgestaltet, die schönen alten deutschen Ariegsausdrückewurden durch französische verdrängt, die Formen der Geselligkeit, die Uleidung,die Uüche, das Theater, die Staatsverwaltung, namentlich das Zoll- und Steuer-wesen alles wurde auf französischen Fuß gebracht. Der Urebsschaden derFranzöselci griff immer weiter und weiter um sich. Umsonst suchten vaterlands-liebende wärmer wie Gpitz, woscherosch, Laurcmberg, Grimmelshausen, Schottel,Ulorhos, Gryphius, Logau, Rist, Zesen dagegen anzukämpfen, umsonst wurdendie bekannten Sprachgesellschaften gegründet, wenn diese auch, wie die neuerenForschungen bewiesen haben, in vieler Beziehung segensreich gewirkt haben, sovermochten sie doch nicht dein lawinenartig sich vergrößerirden Übel Einhalt zuthun: die staatliche Mhnmacht Deutschlands, die Berarmung und Berrohungseiner Bewohner infolge des unglückseligen dreißigjährigen Urieges ließ solcheAufrufe an das deutsche Vaterlandsgesühl ungehört verhallen, Deutschland ver-sank im Welschtum. Die Abhandlungen der Berliner Akademie der Wissen-schaften, welche nach dem besonderen Wunsche ihres königlichen Stifters auchaus die Uultur der deutschen Sprache gedenken" sollte, erschienen vom Jahre>7q>q. an in französischer Sprache, wie in unserer Zeit Verdeutschungswörter-bücher zur Vermeidung von Fremdwörtern versaßt werden, so gab man da-mals Anweisungen zum Gebrauche der Fremdwörter heraus. Ich kenneein derartiges Buch, welches in Z. Auflage erschienen ist unter dein Titel:Oomwoäös L-Imnml Gder Hand-Buch, Darinnen zu finden I. Line eompsuäisn.-roülstlloäo zu einer Anlnntsn Oonänits, wie auch ^rskominsnänblöii ?oIit6886 inzierlichen Reden und wohlanständigen Gebehrden zu gelangen; II. Ein voll-kömmliches Dietloimküro, in welchem die meisten in oivili vitü vorkommendenTermini und gewöhnlichen Redens-Arten oräino ^.Ipllnbstieo eingerichtet u. s. w."Zn der Vorrede bemerkte der Herausgeber, er habeeuren ausführlichen teutscheninäiosm rrrmöötiret, auff daß die,^ so par sxsmpls in ihren Brieffen einen ll'er-mnnnn setzen wollen, sich aber so fort darauff nicht besinnen können oder wohlkeinen wissen, zu solchem Register rkeurriren, das verlangte Wort nachschlagen,und es so dann zu ihrem Vorhaben srnploznen." Daß damals das weib-liche Geschlecht eure besondere Vorliebe für Fremdwörter hatte, erfahren wir ausdem Folgenden:Insonderheit weil auch das Frauenzimmer sehr begierigist, irr ihren Reden und Schreiben mit srenrbder Sprache sich hören zu lassen,so haben sie allhier gleichfalls eine Anweisung, bei ihrer anderen Onlg-ntörle sichhierinncn zu kxoreiren. Denn sie ohne Zweiffel wissen, daß dergleichen vonihnen vorgebrachte Reden ihnen einen sonderlichen Oloirs machen."