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Rein Münder, wenn unter solchen Verhältnissen selbst ein so deutscherFürst wie Friedrich Wilhelm I. von Preußen ein schlechtes Deutsch schreibt, wiesein berühmter Ansspruch zeigt: „Ich stabilere die Souveränetät wie einen Bochervon Bronce." Auch der denkwürdige Bries, in welchem er seinem großen Sohnekurz angebunden mitteilt, daß er ihn verlobt habe, ist dasür bezeichnend. Lrschreibt ihm am q<. Februar s7Z2: „Ihr könnt wohl persnadiret sein, daß ichhabe die Prinzessinnen des Landes durch andre, so viel als möglich ist, exami-niren lassen, was sie für Londuite und Lducation; da sich dann die Prin-zessin, die älteste von Bevern gefunden, die da wohl aufgezogen ist, in ödesteund eingezogen; so müssen die Frauen sein. Die Prinzessin ist nit häßlich, auchnit schön, Sic ist ein gottesfürchtig Mensch und dieses ist Alles und con:por-table sowohl mit Luch als mit den Schwiegereltern" — (Gucken, das Zeit-alter Friedrichs des Großen, I. 23ch.
Mit dieser Vorliebe für das Französische ging natürlich eine völlige Ver-achtung der Muttersprache Hand in Hand. Das Deutsche war die Gesinde-sprache. Ls galt der Grundsatz csu'il f-rillo p-irlor pur >u I-mAiw Ir-ui^.!ii86 seu-
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uux rii8Niiu68 (Liesche a. a. O. S. 30). „Der deutsche Gelehrte, Aünstler, Grasund Freiherr", sagt Arndt, „schämt sich nicht, seine Muttersprache zu sprechen,wie sein Bedienter und Autscher sie spricht. Lr würde untröstlich sein und bisan die Ghren erröten, wenn man ihm sagte, er spreche französisch, wie einBauer in der Auvergne". In derselben Meise äußert sich B. I. Dozen ineinem trefflich geschriebenen Aufsatze der Zeitschrift Nemesis vom Jahre s8s-s,S. 2ßqa „Haben wir es so selten erlebt, daß adliche Herren und Frauen, diemit geläufiger Zunge den immer doch nur höchst dürftig gefaßten Ilmsang desFranzösischen in Übung setzten, nun, wenn sie gerade Deutsch zu redeu hatten,statt als feine und gebildete Menschen uns zu erscheinen, aus einmal durchAccent und übrigen Gehalt zu dem gemeinsten Volk herabsanken? Sobüßten sie die große Verkehrtheit, mit Bedesormen des Auslandes zu spielenund zu glänzen, da sie doch zuerst hätten lernen sollen, in der Sprache deseigenen, freien Landes sich edel und schön auszudrücken." Ja schon im Jahrech-sq. wird diese Alage erhoben in der zu Straßburg erschienenen Schrift „Der«Deutschen Sprache Lhrenkrantz", wo den Deutschen vorgehalten wird, daß „infrembder Sprach den geringsten Fehler reissen ein Todsünde, hingegen in derMuttersprach eine Bachanterey vber die andre begehen, keine schände sey."
Mie geringe Aenntnis im Deutschen selbst hochgebildete Männer hatten,zeigt das Beispiel Friedrichs des Großen, dessen bekannter Ausspruch, daßjeder nach seiner Fa§on selig werden könne, folgende wortgetreue Fassung hatte:„Die ktzlig'ionen Müsen alle lollsriret werden und Mus der Fiscal nuhr dasAuge daraus haben, das keine der andern ab rüg Tu he, den hier mus einjeder nach seiner Faßon Selich werden" (Büchmann, Geflügelte Morte S. 2-s7).
Deutsche Bücher wurden in der vornehmen Gesellschaft sehr wenig gelesen.In einem Briefe aus dem Jahre s787 erzählt Mielaud (Ausgew. Briese III,