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Die Sprachreinigung und ihre Gegner : eine Erwiderung auf die Angriffe von Gildemeister, Grimm, Rümelin und Delbrück ; Festschrift zur Begrüßung der 1. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins in Dresden am 8. und 9. Oktober 1887
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SZ

5-o schreibt ein Gelehrter nach seiner Aufnahme in eine Sprachgesellschaft,welche die Reinigung der Uluttersprache als ihr Hauptziel austrebtel

Diese gelehrte Unsitte hat lange Zeit bestanden. Als vor 200 fahrenLhristian Thoinasius in Halle zum ersten Riale Vorlesungen in deutscher Sprachezu halten wagte, wurde er heftig angegriffen und geschmäht: es gab ebendamals mehr als einen Delbrück, den solcheAlbernheiten" verdrossen. Erstganz allmählich hat sich die deutsche Wissenschaft von dein Gebrauche desLateinischen losgemacht, und wenn man die deutschen Gelehrten wegen ihresUlangels an Geschmack und Hormsinn anderen Völkern gegenüber nicht mitUnrecht tadelt, so liegt dies wohl zum guten Teile an dem lateinischen Zopfe,der unserer Wissenschaft so lange angehangen hat. Was ist es denn andersals ein Rest jenes alten, steifleinenen Gelchrtenstiles, wem: Rümclin vonreci-pierten" Fremdwörtern, von euremApparat fremdländischer Wörter", vonGenuswort", vonlegalen" Fremdwörtern, vonakademischen Disciplinen"redet? Zu allen Wissenschaften kann man Hroben davon in Ulenge findenaber auch in die Sprache des gewöhnlichen Lebens sind viele solche lateinischeWörter und Redensarten cingedrungen und haben sich hier bis aus unsere Tageerhalten. Zch erinnere an die bekannten Wendungen: etwas ooulo8 demon-strieren, tnbuln rn8n machen, nll n.b8urclum führen, etwas all notnm nehmen,n limino abweisen, in 8N6um ot WitKuinom übergehen, in oxtonso erzählen, oumgrnno 8nl>8 verstehen, nb ovo beginnen, in oorporo gratulieren, Fllotrin treiben,in 8 N 8 P 0 N 80 lassen u. s. w. Ulan redet von einer ouptutio bensvolontino, voneinem Umeum, man schaltet mit einer Sache ncl libitum, die Behörden schickenihre Akten brsvi mnnu, 8ub tlllo (voto, potilions) romi88ioni8, man zahlt dieZinsen ultimo Ulai buj. (Kniu8 nnni), oder n. o., auch er. chnni 6urronti8j, werkeinen Wagen hat, der geht per pocls8 npoetolorum, komnrt er po8k ksetum, soversteht cs sich per so, daß er ausgelacht wird, wenn inan ihn auch vielleichtpro t'ormn bemitleidet; der Seitenbetrag heißt Intu8, das Blatt tolium, derBand volumen, die Seite pnAinn, und so geht es fort in iutinitum.

Vater und Sohn unterscheidet man durch eenior und junior, man wendetBeispiele an mutntls mut-mäis, wer vor Gericht nicht erscheint, wird in nbsontlnoder in eontumnenrm verurteilt, der Bildhauer schreibt aus sein Werk inv. undt'oo. (invonit, kooit), der Ulaler pinx.-"H oder llol. spinxit, üslinonvit), der Aupfcr-stecher soulps. (seulpsil). Ungefähr drückt man aus durch oiren oder durch dasunklassische prnotor proptor, sonst durch nllns, beziehentlich durch rospootivo, be-treffenden Falls durch ovsntunlitor; bringt man rito ein Hoch aus, so tönt es

*) Ich verweise hier nur auf mein Schriftchcn über Fremdwörteruuwcsen, wo ich ausS -Z353 zahlreiche Beispiele zusammengestellt habe.

Über dieses pinx. brachte der Dorfbarbier inr Jahre folgende kleine Geschichteaus dein Museum:Ivirklich kolossal! Ivo man Hinsicht, ein Pinx; Raffael jdinx!Correggio Pinrl Rubens jdinx! Die jdinxc müssen ja eine formidckble Familie ge-wesen sein. Und alle Malerl Entsetzlich!l" ^