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Gibbon, cm Dr. Johnson u. a. die Vorliebe für vielsilbigc Wörter romanischenUrsprunges tadle, dagegen „das reine Englisch", d. h. die sparsame Verwendungsolcher lateinischen Einwanderer, an Nulton und an der Bibelübersetzung lobe(S. 97 sch Und Heinrich Teweles (Ramps um die Sprache 5 . Hs erzählt, daßvor nicht langer Zeit Lord Granville ein Rundschreiben an die diplomatischenVertreter Englands erlassen habe, in dem er den um sich greifenden Gebrauchvon Fremdwörtern rügt und sogar eine Liste von Wörtern mitteilt, die als Ein-dringlinge anznsehen und aus dein diplomatischen Verkehr unbedingt zu ver-bannen seien. Umstert man diese Liste, so muß man über die Strenge erstaunen,mit welcher Granville vorgeht; denn insbesondere die englische Sprache als dasmerkwürdigste Gemenge zweier grundverschiedeneil Sprachen kann das Eindringenfremder Wörter ine so empfindlich spüreil wie etwa die deutsche.
Auch die Deutschen habeil in früherer Zeit die ihnen zuströmenden fremdenAusdrücke sich mundgerecht gemacht. Dies zeigen uns die zahlreicheil alteilLehnwörter, die eine so schätzbare Bereicherung unserer Sprache bilden. Aberseit mehreren Jahrhunderten hat dies in der Hauptsache ausgehört, jetzt bestrebt»lau sich, die Fremdwörter mit ängstlicher Genauigkeit so zu sprechen und zuschreiben, wie in der betreffendeil Sprache selbst, auch wenn die eigeilen Sprach-werkzeuge sich dagegen sträubeil, auch wenn die betreffenden Lautzeichen unsererSchrift fremd sind. Ulan denke nur an Wörter wie Gentleman, lynchen,Steeple-chase, Toast, Shoddy, Dötail, Jalousie, Nuance, Embonpoint, Avantage,Don Quixote u. a. Ferner legeil wir nach französischer Art bei sehr vielenFremdwörtern den Hauptton aus die letzte Silbe im Widerspruch mit dem Be-tonungsgesetze unserer Sprache und erhalteil so wirklich fremdartige, alldeutschklingende und aussehende Gebilde, Fremdwörter im eigentlichen Sinne des Wortes.
Daß diese bei uns eine ganz andere Stellung einnehmen als in anderenSprachen, kann man schon daraus erkenneil, daß wir das einzige Volk sind,welches Fremdwörterbücher hat und haben muß: denn ohne solche Hilfs-mittel kann der Deutsche seine Sprache nicht verstehen. Auch hierfür kann ichZahlen anführen. Ich habe die Namen voll Verfassern deutscher Fremdwörter-bücher gesammelt und bin damit gegenwärtig bereits bis aus 95 Nummern ge-kommen. viele dieser Bücher sind aber ohne Angabe des Verfassers erschienen.Ulehrere voll ihnen sind in einer großeil Zahl voll Auslagen verbreitet, wie Heyse,Petri, Weber, Prätorius, Riesewetter, Raltschmidt, Schweizer u. a. Diese Zahllehrt, wie groß das Bedürfnis nach einem solchen Verständnisvermittler unterden Deutschen ist, und zwar nicht nur bei den Nilgelehrteil, sondern auch beiden Gelehrten. Denn selbst die umfassendsten Sprachkenntnisse können uns einenHeyse oder Petri nicht ersparen; ich erinnere nur an die wunderbarenAusdrücke, welche ich oben S. Zcf. aus Rümelins Verzeichnis „unentbehrlicher"Fremdwörter angeführt habe. Rann uns die Renntnis des Lateins zumVerständnis der Wörter Absentismus, Gfficialat, Eensit und dergl. verhelfen?
Die Vergleichung mit anderen Völkern ist für unsere Frage noch in andererBeziehung wichtig. Wenn bei uns dieselben Verhältnisse vorlägen, wie in
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