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Die Sprachreinigung und ihre Gegner : eine Erwiderung auf die Angriffe von Gildemeister, Grimm, Rümelin und Delbrück ; Festschrift zur Begrüßung der 1. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins in Dresden am 8. und 9. Oktober 1887
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anderen sprachen, so könnten doch die Angehörigen anderer Völker unmöglichin unserem Fremdwörterwesen etwas Befremdliches finden. Das ist aber derHall; die Ausländer, die Deutsch lernen, sind immer in hohem Akaße ver-wundert, daß die deutsche Sprache so wenig deutsch sei; sie können nicht be-greifen, daß für die gewöhnlichsten Dinge des gemeinen Lebens fremdländischeAusdrücke gebraucht werden. Namentlich die Franzosen spotten über dieDeutschen, welche nicht Schneider oder Schenkwirt heißen wollen, sondern sichTailleur und Restaurateur nennen; höhnisch halten sie uns vor, man gehe inDeutschland nicht spazieren, sondern promenieren, inan esse nicht zu Ruttag,sondern man diniere; wenn man jemand ans den Fuß trete, bitte man nichtnm Entschuldigung, sondern um j?ardon, und wenn man sich trenne, rufe mansich Adieu zu. Bor nicht langer Zeit ging durch die deutschen Zeitungen einAufsatz des Franzosen Sarcey, welcher die Vachahmungssucht der Deutschen ver-spottete und mit den Worten schloß:Frankreich kann cs durchaus nicht alseine stillschweigende Ehrenerklärung für seine Sprache betrachten, wenn ein Volk,dessen Sprachreichtum ein so bedeutender ist, wie der der Deutschen,die französische Sprache so mörderisch entstellt, wie dies in Deutschland geschieht."Auch ernste französische Gelehrte spotten über unsere geschmacklose Sprachmengerei:ein Aufsatz in der ksvus eritchus vom Zahre chkZ rügt es btglls ü moitiölruuyuis, «,»i pus8s unjourcl'lmi pour äs l'ullsmuncl; und im vorigenäußerte sich dieselbe hochachtbare Zeitschrift bei der Besprechung von zwei deut-schen Geschichtswerken, der Stil dieser Bücher sei äußerst merkwürdig, die Aliß-achtung, welche die Verfasser gegen ihre Bmttersprachc an den Tag legten, seieine ausdrückliche Widerlegung des Satzes, daß gerade die Gelehrten vermögeihrer Studien die genaueste Aenntnis der Muttersprache und ihrer Feinheitenhaben müßten: die Sprache dieser Herren ist nicht inehr deutsch und wirdniemals französisch werden. (Andere Beispiele s. in meinem Wörterbuche vonVerdeutschungen S. ich.) So könnten die Ausländer nicht reden und spotten,wenn sie selbst unter dem Banne der Fremdwörter stünden.