mit der „patriotischen Balleteuse", ihnen schleudert er den Vorwurf der „Albern-heit" entgegen. Welche Gründe bringt er dafür vor? Gr stellt den Satz auf,daß die Fremdwörter, von gewissen bekannten Ulißbräuchen abgesehen, — alsoauch er macht trotz seiner Leidenschaft dieses Zugeständnis — nicht eine Ver-unreinigung und Entstellung der Sprache, sondern eine Ergänzung und Be-reicherung derselben seien, und verweist im übrigen aus Rümelins Schrift, welche„in ganz vortrefflicher Weise" den Beweis dafür erbringe. Zum Schlüsse ver-wahrt er sich nochmals gegen die „Anmaßung, mit diesen Bestrebungennational sein zu wollen" und warnt vor der Deutschtümelei: „Es giebt keinengefährlicheren Feind für das wahre Deutschtum als die Deutschtümelei zu dieserArt Deutschtümelei gehört auch die Sprachreinigung, so wie sie jetzt betriebenwird." Daran knüpft er die Aufforderung, daß die wahren Anhänger desnationalen Gedankens die angebliche Reinigung, welche in Wahrheit eine Ver-stümmelung der deutschen Sprache sein würde, bekämpfen möchten.
Hätte Delbrück irgend welche Kenntnis von den Zielen des Sprachvereins,so Hütte er sagen müssen, die jetzige Art der Sprachreinigung habe eben nichtszu thun mit jener alten Deutschtümelei, die alles Fremde blind verfolgte. Aberer hat Rümelin gelesen, das genügt ihm vollständig, um über den Sprachvereinherzufallen. Es giebt zwar einen alten Satz: Eines Ukannes Rede ist keinesUcannes Rede, man soll sie billig hören beede! — aber so altväterische Grundsätzescheinen bei unserem jugendlich schneidigen Helden von der Feder nichts mehrzu gelten.
Der zweite Aussatz Delbrücks ist etwas ruhiger uud sachlicher abgesaßt.Er behandelt unter der Überschrift „Fremdwörter" die Verdeutschungen derHceressprachc, welche durch die neue Schießvorschrist dienstlich eingeführt wordensind, Hier spricht das „Uutglied des deutschen Reichstags." Er beklagt, daßdie Ucilitärverwaltung damit einer Strömung nachgebe, die sich unstreitig seitlängerer Zeit mit wachsender Kraft bemerklich macht, die aber doch aucheinen so entschiedenen Widerspruch erfährt, daß man noch keineswegs absehenkann, ob das ganze Streben nicht binnen kurzem als ein verkehrtes und schäd-liches allgemein verdammt werden wird." Das klingt ein wenig kleinlaut gegen-über der heißblütigen Redeweise des ersten Aufsatzes. Nachdem er die ArbeitenGildemeisters, Grimms und Rümelins erwähnt hat, macht er das weitere Zu-geständnis: „Das Problem ist nicht so einfach, daß cs mit den wenigen Zeilenabgemacht werden könnte." Vorher war es kein „Problem," da hieß es kurzund bündig: „Die angebliche Reinigung ist in Wahrheit eine Verstümmelungder deutschen Sprache."
An dem Beispiele der Schießvorschrist sucht er nun nachzuweisen, „welchenSchaden solche gewaltsame Sprachbeschneidungen (!) anrichten können."Die dort eingesührten Verdeutschungen „Vorschrift" für Reglement, „Gelände"für Terrain, „Unebenheiten im Gelände" für eoupiertes Terrain, „Entfernung"für Distance, „Ukchrlader" für Repetiergewehr finden seinen Beifall nicht. Ermacht allerlei Aussetzungen; so bemerkt er zu Distance: „Hier möchte das deutsche