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der Fahrstraße herlaufende?)" Za aber wer verlangt denn das? Sehen wirzu, was die Verdeutschungswörterbücher bieten. Bei Project finden wir:Entwurf, Vorhaben, Vorschlag, Anschlag, plan, Unternehmen; bei Prospcct:Ankündigung, plan, vorläufige Anzeige, Voranzeige; Übersicht, Ansicht, Fern-sicht; bei Qualität: Beschaffenheit, Eigenschaft, Güte, Gehalt, Art, Rang u. s. f.
Schon aus diesen Darlegungen geht hervor, daß Rümelin die Berechtigungder Fremdwörter namentlich durch die angebliche A r m u t der deutschen Sprachebegründen will. Neben diesem Hauptgründe betont er den Wohlklang derFremdwörter, das Beispiel anderer Völker und die Fülle von Ableit-ungen und Fortbildungen bei den Fremdwörtern.
Die beiden ersten Punkte werde ich später im Zusammenhänge besprechen,der dritte ist rasch zu erledigen. Rümelin findet darin, daß die deutsche Sprachenicht so viele Weiterbildungen zuläßt, einen Hauptgrund, warum die Ver-deutschungen so wenig Erfolg haben (S. 26 f.) Aus Tonkunst werde noch Ton-künstler, während aus Musik entstehe: Musiker, Musikus und Musikant,musikalisch, musicieren, Musikalien. — Das trifft bei diesen: Beispiele zu, beivielen anderen nicht. Aber auch wenn cs in jeden: Falle zuträfe, wäre es dochfür unsere Frage von keiner Bedeutung. Wer braucht denn alle Glieder der„Rette zusammengehöriger Ausdrücke" aus einmal? Selbst wenn der Znhalt einesSatzes es gestattete, so wäre es doch eine große Geschmacklosigkeit, mehrere Wörterdesselben Stammes nebeneinander zu gebrauchen, und etwa von der Musikmusikalischer, nach Musikalien musicierender Musikanten zu sprechen.
Doch dies sind auch nach Rümelins Ansicht minder wichtige Punkte; derHauptgrund, den er gegen die Sprachreiniger ins Treffen führt, ist die Unent-behrlichkeit der Fremdwörter. Wir haben gesehen, daß nach seiner Ansichtunsere großen Dichter und Denker Tausende von Fremdwörtern in unsereSprache eingeführt haben, um sie „zur Tlassieität" zu erheben; daß die Sprache,welche „vernünftiger ist als wir alle," nicht so thöricht ist, überflüssige Fremdwörteraufzunehmen. Darnach müßten alle Fremdwörter unentbehrlich sein, doch soweit geht er nicht. Zn: Widerspruche mit seinen eigenen Behauptungen giebter zu, daß auch recht viele überflüssige Fremdwörter zu uns gekommen sind.Sein Hauptgrundsatz ist, „daß die Muttersprache den: Denken keineFesseln anlegen kann und es zu den unveräußerlichsten Rechten des Menschcn-geistes gehören muß, seinen Gedanken jederzeit den zutreffendsten Ausdruck,wo er immer zu suchen sein mag, zu geben. Zedes Fremdwort ist daherberechtigt, für welches in den: Zusammenhänge, in welchen: es gebraucht wird,kein vollständig deckender einheimischer Ausdruck zu finden ist, unter der einzigenVoraussetzung, daß er den: Angeredeten verständlich ist oder geinacht wird" (S. Z).
*) Auch diese Begriffserklärung ist nicht richtig. Denn der neben dein Fahrwege hin-laufende Fußweg auf den Landstraßen ist noch kein Trottoir. Trottoir ist die erhöhte, abgc-pflasterte oder mit pAatten belegte, zuweilen auch aus Asphalt hergestcllte Fußbahn nebender Fahrstraße. In einer Berliner Polizeioerordnung heißt cs Granitbahn, anderwärtssagt man Bürgersteig.
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