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Die Sprachreinigung und ihre Gegner : eine Erwiderung auf die Angriffe von Gildemeister, Grimm, Rümelin und Delbrück ; Festschrift zur Begrüßung der 1. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins in Dresden am 8. und 9. Oktober 1887
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söulich, auch nicht Eigenartig oder Eigentümlich oder Besondersbeschaffen, sondernbezeichnet das von einer Person als Resultat selbständiger Lebensarbeit erwor-bene geistig eigene Wesen." Wan redet aber von individuellen Körper-bewegungen, Goethe spricht von der Stelle eines Liedes, die durch neue Ver-bindung neu und individuell wird (f8,220); Humboldt redet vou individuellenBedürfnissen des geselligen Lebens (Kosmos l, ch.Resultat", so fährt Grimmfort,istnicht einfach Ergebnis, sondern das Facit einer ReiheineinandergreifenderErscheinungen, welche beobachtet worden sind, . . . bei Resultat denkt man anden Abschluß scharfer Gedankenarbeit, an das Ende eines logischen f?roeesses."

Ach wüßte nicht, welcherlogische sdroeeß" bei einer Geldsammlung, einerViehzählung, einer Wahl nötig ist; und doch spricht man allgemein von deinResultate einer Sammlung oder einer Viehzählung und von Wahlresultaten.Anderseits ist nicht einzusehen, warum das, was sich bei scharfer Gedanken-arbeit ergiebt, nicht ganz treffend als das Ergebnis derselben bezeichnetwerden könnte. S. Z02 führt Grimm einen Satz aus einem Briese Goethes anSchiller an:Ach wünsche die Waterie, die uns beide so sehr interessiert, bald mitAhnen weiter durchznsprechen." Er knüpft daran folgende Betrachtung:Goethesagt Waterie, nicht Stoff, weil es sich um eine Frage handelt, die theoretischbehandelt wird." Demnach dürste man in: Deutschen nach Grimm nicht vondein Stoffe zu einem Trauerspiele, von dem Stoffe einer Unterhaltung odereiner wissenschaftlichen Arbeit reden; und Waterie dürfte nur von geistigenDiirgen angewendet werden. Aber Waterie wird doch gerade ganz gewöhnlichals Stoff im Gegensatz zuGeist" gebraucht; und daß Goethe selbst von diesen:angeblich Goethe'schen Sprachgebrauch nichts weiß, zeigt der bei Kehren: ange-führte Satz Wan zeichnet mit verschiedenen Wa terien." Ebenso will-

kürlich ist es, wein: Grimm behauptet:Quadrat ist das Viereck als Gegen-stand wissenschaftlicher Anschauung, Symmetrie gleichfalls wissenschaftlicherals nur Ebenmaß. Glorie ist Ruhm in voller Ausbeutung alles dessen,was er mit sich bringen kann (!). Diese Unterschiede können den: freilichnur von Wert sein, den tieferes Studium befähigt, sie zu empfinden."Ach sollte meinen, daß man schon ohnetieferes Studium" herausfinden kann,daß diese Unterscheidungen haltlos sind;Guadrat" bezeichnet in der Wissen-schaft das regelmäßige Viereck mit gleichen Seiten und rechten Winkel::, es hatdaneben noch verschiedene andere Bedeutungen, cs ist das Aufhebungszeichen inder Wusik, die zweite Potenz in der Arithmetik u. s. w. Es ist aber auch in:gewöhnlichen Leben in: Gebrauch; inan spricht von Häuserquadraten, Kinderzeichnen Quadrate, Goethe spricht (2Z,ä6) von Kreisen und Quadraten einerWeberei. Und war::::: soll Symmetrie wissenschaftlicher sein als nur Ebeninaß?Liegt dein: die Wissenschaftlichkeit in den: Gebrauche des Fremdwortes?

*) Geistreich fügt Grimm hinzu:wenn ein Eiferer vielleicht hier verlangte, cs solleeines gedanklichen Gerichtshandcls" gesagt werden, so würde man ihn für ebensopedantisch halten wie". Sch denke, nicht für einenjdedantcn", sondern für einen Narrenmüßte man ihn halten, wenn es nämlich wirklich jemand verlangte!