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Die Sprachreinigung und ihre Gegner : eine Erwiderung auf die Angriffe von Gildemeister, Grimm, Rümelin und Delbrück ; Festschrift zur Begrüßung der 1. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins in Dresden am 8. und 9. Oktober 1887
Entstehung
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z. B.recipiertes" Fremdwort (5. ^00), oder der moderne Staat mit seinenDi-kasterien" sS. s02) u. a.?.

Am Schlüsse seines Anssatzes entwickelt er den Gedanken, daß unsereSprache nicht so sehr durch ausländischen Flitter, wiedurch Mißachtung ihrereigenen organischen Gesetze, ihrer Syntax, ihrer Grammatik, ihres naturgeinäßenPeriodenbaues" leide. Gr rügt Fehler wiedas Verhältnis, was bestand,"stattgesundene Aufführungen, kälter wie im Sommer, ein Mann von gutem,natürlichem Verstände, statt gutem, natürlichen Verstände sbesser ist doch wohl:gutem natürlichen Verstände, ohne dazwischen tretendes Satzzeichen; gemeint istein natürlicher Verstand von guter Beschaffenheit^ u. a. Dieärgsten Sünder"sind nach ihm die Zeitungsschreiber, welche die größten Schnitzer machen; dieEntschuldigung mit Mangel an Zeit läßt er nicht gelten, derartige Fehler dürfeman auch im Schlafe nicht machen. Endlich weist er noch aus die neuerdingsinehr in Gebrauch kommenden widerwärtigenMortzusammenballungen" hin,wieInangriffnahme, Außerachtlassung".

Auch hierin wird inan ihm gerne beistimmen, aber zugleich ihm entgegnen,daß gerade das, was er wünscht, von den: Sprachverein besonders augestrebtwird, welcher nicht bloß die Bekämpfung des fremden Anwesens, sondern ebensoauch die pflege der Muttersprache in der von ihm geforderten Meise sich zurAusgabe gestellt hat. Gildemeister schließt mit den sehr bezeichnenden Morten:Die Fremdwörterseuche ist nicht das größte Übel; nun kann man freilichsagen, sie sei immerhin ein Abel und deshalb zu bekämpfen. Dagegen hätteich unter den angegebenen Vorbehalten an sich nichts einzuwenden; nur ist zubesorgen, daß der Aampseifer, wie er sich in Vereinen und patriotischen Aränzchenentfaltet, die Aufmerksamkeit von den tiefer sitzenden Schäden ablenken... möchte".Menn es aber wirklich eine Seuche, mindestens ein Übel ist, warum soll es danicht gerechtfertigt sein, dagegen anzukämpsen? Das eine thun und das anderenicht lassen scheint mir die richtige Folgerung aus den Sätzen Gildcmcisters.Daß übrigens seine Besorgnis vollständig unbegründet ist, davon hätte er sichleicht selbst überzeugen können, wenn er sich die Mühe genommen hätte, dieSatzungen des Sprachvereins und die ersten Nummern der Vereins-Zeitschristdurchzusehen. Leider kennt er aber die Sache, über die er schreibt, nicht genauund hat sich selbst nicht klar genug gemacht, was er eigentlich will.

So wird es erklärlich, daß manche, die seinen Aussatz gelesen hatten, derMeinung waren, er gehöre zu den Fürsprechern der Sprachreinigung. Zn derThat möchte inan dies glauben, wenn man die Behauptung liest, daß Schrift-steller, die noch Etage für Stockwerk, potel für Gasthos, Bouteille für Flascheschreiben, nicht mehr zur guten Gesellschaft gehören. So weit gehen selbst ein-gefleischte Sprachreiniger nicht: soll inan etwa Rümelin von der guten Gesell-schaft ausschließen, der diese drei Mörter unter den unentbehrlichen Fremdwörternmit aufführt? Die Anklarheit über den Stoff führt Gildemeister, wie wir schonan einigen Stellen gesehen haben, zu zahlreicheil Midersprüchen. Er erkenntan, daß die jetzigen Sprachreiniger gemäßigt seien, und behauptet doch, sie

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