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Alle diese hocherfrculichen Bestrebungen haben setzt einen einigendenMittelpunkt gefunden in dein allgemeinen deutschen Sprachverein. ImAugust des Jahres s885 erlies; der durch seine trefflichen kunstgeschichtlichen Ar-beiten bekannte H>ros. Dr. Hermann Riegel, Vorstand des Museums zu Braun-schwcig, der schon im Jahre s88z sein „Hauptstück von unserer Muttersprache"als eineil „Mahnruf an alle nationalgesinnten Deutscheil" herausgegeben hatte,im Verein mit einer Anzahl angesehener Männer aus alleil Teileil Deutsch-lands einen Ausruf zur Begründliug eines Vereins, der es sich zur Ausgabeiilachen sollte, „die Reinigung der Sprache von fremden Bestandteilen zu fördern,den echteil Geist und das eigentümliche Mesen der deutschen Sprache zu pflegenund dadurch das nationale Bewußtsein im deutscheil Volke zu kräftigen." ZurErläuterung seines Vorhabens veröffentlichte Riegel gleichzeitig eine Flugschrift:„Der allgemeine deutsche Sprachverein, als Ergänzung seiner Schrift „TinHauptstück —" (Heilbronn z885). Der neue Verein sollte in Berlin seinen Sitzhaben, Awcigvereine sollten in allen Teileil Deutschlands gebildet werden, umdie Bestrebungeil des Sprachvereins ins Volk zu trageil und Einfluß aus dieZeitungen, die Grtsbehörden und sonstige maßgebende Areise ihrer Gegend zugewinnen. Der Gesamtverein sollte die Ausgabe haben, aus die sprachlicheilRuildgebungeN in allen Gebieten des öffentlichen Lebens cinzuwirken, indem ereine Art Überwachung der Sprache ausübe, das Tadelnswerte kennzeichne undgeeignete Vorschläge zur Abstellung der Nbelstände mache; er sollte H>reis-ausgaben ausschreiben, durch deren Lösung die Vereinszwecke gefördert werden,und Schriftsteller, die sich durch Reinheit und Adel der Sprache auszeichnen,durch angemessene öffentliche Auszeichnungen ehreil.
Daß die Begründung eines derartigeil Vereines so zu sageil in der Luftlag, bewies die Aufnahme dieses Aufrufes. Überall wurde der Gedanke Riegelsmit Begeisterung ergriffen, die freunde der Sprachreinigung scharteil sich ein-mütig unter dem Banner des Sprachvereins zusammen, und obgleich der Vereinerst seit einem Jahre thatsächlich besteht, nachdem er einen Vorstand von ZOMitgliedern*) gewählt hat, gehören ihm doch schon über 80 Zweigvereine inallen Teileil Deutschlands und (Österreichs an, darunter 2 in Italien, und dieMitgliederzahl beläuft sich gegenwärtig bereits aus q.000—öOOO. Die ver-
*) Zu dem im Sommer ;886 gewählten erste» Vorstande gehören der bekannte Staats-mann Rudolf von Bennigsen, die Dichter Bodenstedt und Hans herrig, die SchriftstellerTrojan, v. Leixner, Lammers, die Germanisten Rnd. hildcbrand, Dan. Sanders,B. Snphan, die Gymnasialdirektorcn Franz Kern und S. kvätzoldt in Berlin, h. Reckin Husum, Rektor Dr. Presse! in Heilbronn, Direktor Pros. Gallenkamp in Berlin, Geh.Rat Pros. Dr. v. Lsmarch in Riet, Geh. Rat Prof. Dr. kvaldcyer in Berlin, Sanitätsratvr. Schlemm in Berlin, Geheimrat häpe in Dresden, Regierungs- und Schulrat Schicfserin Aachen, Regiernngs- und Baurat Sarrazin in Berlin, Pros. Sausen in Kiel, Geh. RatProf. Lannhardt in Hannover, Bibliothekar Or. Lohmeyer in Rassel, (Oberlehrer Dr. Saal-feld in Blankenburg, Banqnier Engelhard in Berlin, Gbcrlandcsgerichtsrat Keller inKolmar i. E., Rechtsanwalt Dr. Stingl in Krems, Generalmajor von Lattre in Berlin,der Verfasser, und als Vorsitzender Herrn. Riegel.