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Die Sprachreinigung und ihre Gegner : eine Erwiderung auf die Angriffe von Gildemeister, Grimm, Rümelin und Delbrück ; Festschrift zur Begrüßung der 1. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins in Dresden am 8. und 9. Oktober 1887
Entstehung
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reinigen,wie cs die Pflicht jedes vaterlandsliebenden Schriftstellerserheischt". Und schon im Zahre s862 hat der gefeierte Keuucr des römischenRechtes, Windscheid, in der Vorrede zu seinen: Pandektenrecht erklärt, daß ersichbemüht habe, möglichst deutsch zu reden im Ausdrucke und in der Sache",daß ersich nicht der Ansicht derjenigen anschließe, welche in der Festhaltuugder römischen Terminologie auch für das heutige Recht kein Abel oder wohlgar einen Vorzug sehen ..., jedenfalls sollen unsere Gesetzbücher deutsch reden".

Tie Herausgeber von Zeitschriften und Zeitungen richten an ihreAlitarbeiter und Berichterstatter die Bitte, sich nach Artisten unnötiger Fremd-wörter zu enthalten; und in der That ist nur von berufsmäßigen Zeitungs-lesern versichert worden, daß in der letzten Zeit eine Abnahme des Fremd-wörter-Unwesens in der Zeitungssprache zu beobachten sei. Ganz besonderszeichnen sich durch ihren Eifer um Reinheit der Sprache aus: das Daheim, dasvon Keck geleitete Deutsche Litteraturblatt, die von Lammers herausgegebeneZeitschrift Bordwest, die Kölnische Zeitung, die Tägliche Rundschau, die AKm-cheuer Allgemeine Zeitung, die Badische Laudeszcituug. Unzählige größere undkleinere Anssätze über die Fremdwörter sind in Zeitungen und wissenschaftlichenZeitschriften veröffentlicht worden, auch eine große Anzahl selbständiger Schriften,darunter nicht weniger als 8 Berdeutschungswörterbücher.*)

Daß dieses in allen Kreisen unseres Volkes hervortretende Streben bis indie höchsten Kreise hinausreicht, zeigt das Beispiel unseres erhabenen Kaisers,der bei feierlichen Veranlassungen in seinen öffentlichen Kundgebungen sich stets,einer reindeutschen, sremdwörterfreien Sprache bedient (vgl. Sarrazin, Beiträgezur Fremdwortsrage S. 55 s.j. Und dasselbe Lob ist dem deutschen Kron-prinzen zu spenden, welcher z. B. in seiner Rede bei der Einweihung desAluseums für Völkerkunde kein einziges Fremdwort gebrauchte außer den amt-lichen Ausdrücken Alajestät, Atuseum, Alarme und den eingebürgerten Lehn-wörtern s?rivatkreise, Zntercssen, Studien. Auch die Umwandlung des NamensEthnologisches Aluseum" inAluseum für Völkerkunde" soll einem von hoherStelle kundgegcbenen Wunsche zu danken sein.

So sehen wir, wie dank der nationalen Wiedergeburt unseres Vaterlandesauch aus dem Gebiete der deutschen Sprache sich allenthalben ein frisches, fröh-liches Leben regt, welches uns das Veste von der Zukunft hoffen läßt.

*) Nach der Zeit des Erscheinens geordnet sind cs folgende: Ulein !v örterbuch vonVerdeutschungen entbehrlicher Fremdwörter mit besonderer Berücksichtigung der von demGroßen Generalstab, im sdostwesen und in der Reichsgesetzgebnng angenommenen Verdeutsch-ungen. Ulit einer einleitenden Abhandlung über Fremdwörter und Sprachreinigung, Leipzig,Tenbner ; 882 . Daniel Sanders, verdentschnngswörterbuch, Leipzig, tvigand ;88H.Ntto Sarrazin, verdentschnngswörterbuch, Berlin, Ernst und Uorn ;886. Adols Rei-nceke, verdentschnngswörterbuch für den deutschen Buchhandel, Berlin ;886. Verdeutschungder Spcisc-Aartc, Dresden, Albanus'sche Bnchdruckerei ;886. h. von jdfister, ver-deutschungswörtcrbuch für das deutsche lvehrtnm, Berlin ;887. Schreibt Dontschl ver-dentschnngswörterbuch für Unteroffiziere, Dresden ;887 (ohne Nennung des Verfassers).E. Blasendorss, verdentschnngswörterbuch für Schule und Haus, Berlin, lveidmann ;887.