worden. Das „Vallondepartement" ist in eine „Luftschifferabteilung", die„ARrffenreparaturüffüniktion" in „Vorschriften über die Instandhaltung derWaffen" verwandelt worden. Im Aulitärstrafgcsetzbuch, in der Verordnungüber die Ehrengerichte, sowie in anderen neueren Dienstvorschriften ist eine großeAnzahl von Verdeutschungen auch dienstlich eingeführt worden, so noch vorkurzem durch die Schießvorschrist vom 22. Februar ch87 und die Felddienst-ordnnng vom 2Z. Acai ch87, in welch letzterer allein gegen PO Fremdwörternüt deutschen vertauscht worden sind (vgl. Alilitär-Wochenblatt v. I. s887 Nr. 35).Zahlreiche Verdeutschungen sind im Eisenbahnwesen namentlich durch denpreußischen Amüsier Alaybach bereits eingeführt worden und werden voraus-sichtlich in nächster Zeit in noch weit größerer Ausdehnung eingeführt werden,nachdem aus der letzten Versammlung des Vereins deutscher Eisenbahnverwal-tungen, welchen: auch die österreichischen, rumänischen und niederländischen Eisen-bahnen angehören, aus Antrag des Regierungs- und Baurats Rüppel der Be-schluß gefaßt worden ist, die zahlreichen Dienstvorschriften und sonstige Schriftstückedes Vereins von entbehrlichen Fremdwörtern zu säubern. Auffassende Vor-arbeiten für diesen Zweck sind bereits im Gange; wenn nicht alles trügt, sowird binnen kurzem hinsichtlich der Sprachreinheit die Eisenbahn hinter ihrerälteren Schwester, der Post, nicht zurückstehen. Die preußische Staatsschulden-verwaltung hat vor nicht langer Zeit auf den Staatsschuldscheinen Serie ver-wandelt in „Reihe", Lonpon in „Zinsschein", Talon in „Anweisung zur Er-hebung der Zinsscheine", wofür man in Sachsen kürzer „Zinsleiste" sagt. Inmehreren deutschen Staaten sind die Behörden, namentlich die mit dem Volkein unmittelbarer Beziehung stehenden, von den Regierungen ausdrücklich ange-wiesen worden, sich der Fremdwörter möglichst zu enthalten. Bei der Grund-steinlegung des neuen Reichstagsgebäudes wurde eine Urkunde in den Grund-stein versenkt, welche trotz ihres Amsanges doch kein einziges Fremdwort enthält.
Dem Beispiele der Staatsbehörden folgen auch vielfach die Stadt-verwaltungen. So hat z. B. der Stadtrat zu Dresden der Tramway-Lompany os Germany limited nur unter der Bedingung das Recht zur Über-nahme der dortigen Pferdebahnen erteilt, daß die Gesellschaft im öffentlichenVerkehr den deutschen Namen „Dresdner Straßenbahnen" annehme und diesenNamen nicht ohne Zustimmung des Stadtrates ändere. In: Dresdner Stadt-krankenhause heißt es in: amtlichen Verkehr nicht inehr Desinsection, sondern„Entseuchung" und ein neugebauter Isolier-Pavillon hat von vornherein denNamen „Absonderungshaus" erhalten. In Elberfeld wurde der Antrag,daß die städtische Armenverwaltnng die in der Geschästssprache noch üblichenFremdwörter durch allgemein verständliche deutsche Ausdrücke ersetzen möge,einstimmig angenommen.
Daß auch in: gewöhnlichen Leben das Bestreben, unnötige Fremd-wörter zu beseitigen, inehr und mehr sich Bahn bricht, davon geben uns dieZeitungen fast wöchentlich Runde. Da lesei: wir, wie der Bund der Veloeipe-disten sich in einen deutschen Radfahrerbund verwandelt und seine Bicycles