I)a.g e g en wird in der um 1200 gedichteten Romanze des Sir Guy gesagt, dass dasFenster im Zimmer einer Prinzessin mit royall glass, mit gemaltem Glase, ge-schlossen war 1 ).
Aus der Zeit um 1200 wird eine schwarze Madonna auf einem Fenster derKathedrale von Wells in Sommersetshire erwähnt 2 ). 1233 gab Heinrich III. denBefehl, die Kapelle des h. Johannes in Windsor mit Glasmalereien auszustatlen,welche u. a. eine Maria mit Kind, eine Dreifaltigkeit und den h. Johannes vorstellten 3 ).Für das Schloss zu Northampton sollte die Parabel vom armen Lazarus und demreichen Manne ausgeführt werden, und zwar auf farblosem Grunde, vitro albo. 1235wurden verrinae für die Fenster der Kapelle und der Halle zu Winchester be-schafft 4 ), und in den Rechnungen von Rockingham Castle findet sich 1279 einPosten für Verglasung der Fenster 5 ). 1240 wurden verschiedene Fenstermalereienin die irische Abtei Court von den OTIarras gestiftet 6 ), und ein O’Brien liess indie von einem andern Erben dieses Namens errichtete Abtei zu Ennis farbige•Fenster einselzen 7 ).
Noch 1318 wurden Fenster aus Frankreich beschafft. Bischof Ledred versahin diesem Jahre die Hauptkirche von St. Canice in der Grafschaft Kilkenny mit sotrefflichen Glasmalereien aus Frankreich, dass der Erzbischof Rinuccini von Firmio,der sich im Jahre 1645 als päpstlicher Nuntius zu den irischen Katholiken begebenhatte, bei ihrem Anblick 700 Pfd. Sterl. bot, wenn er sie nach Rom ausführen dürfe.Die Glasgemälde, welche das Leben Christi darstellten, wurden von dem Gouverneurzu Kilkenny, Axtei, auf eine niederträchtige Art zerstört 8 * 10 ).
1327—77. Ein grosses Fenster der Margarethen-Kirche in der Nähe vonWestminster mit allerlei seltsamen Hieroglyphen und mystischen Dingen gehörte wahr-scheinlich der Zeit des kunstliebenden Eduard III. und des der Alchemie sehr er-gebenen Abtes Cremer von Westminster an, der u. a. auch seiner Abtei über einemHalbbogen, worin sich die Bildnisse der englischen Könige und Königinnen befanden,die Mysterien des Steines der Weisen und andere geheimnissvolle Sachen malen liess °).In einem Fenster dieser Abtei stand ferner ein zwischen 1362 und 1376 ausgeführtesBildniss des schwarzen Prinzen. Dasselbe war jedoch schon zu Walpole’s Zeiten fast
gänzlich zerstört lü ).b '
*) That ladi here hys mourning alle — Ryght undir the Chambre walle. —In her oryall there she was, — Closed well wilh royall glass — Fulfyllyd yt withymagery — Ewere windowe by and by etc. — War ton, llist. of Engl, poetry,Tom I, p. 175. Fiorillo, Geschichte der zeichn. Künste in Grossbritannien;Göttingen 1805, S. 135. Oryall soll ein grosses, bis zur Decke reichendes Fensterbezeichnen (Gessert 64).
2 ) Piozzi, observations in a Journcy through Italy, Vol. I, p. 262.
3 ) Stowe, Survey of London, 1599.
4 ) Archeol. Journal for 1845, P* 54i 74-
°) Ebendort p. 370.
ß ) Ledwich. Antiqu. of Ireland, I, 52.
7 ) Fiorillo, a. a. O., S. 78.
8 ) Ledwich a. a. O., I, 33.
y ) Ashmoles, Theatrum-chemicum, p. 211, 466. Widmore, Hist, of West-minster Abbcy 1751, p. 174.
10 ) Wal pole, Anecd. of painting in England. London 1798, p. 30.
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