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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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Erhaltene Glasgemäide.

^jpl|[ugsburg '). Die muthmasslich ältesten Glasgemälde Deutsch-fl'f lands stehen in der südlichen Mittelschiffwand des Domes zuAugsburg. Es sind fünf ziemlich gut erhaltene, schmale Fenster, welchelaut der auf dem farblosen Grunde angebrachten Beschriftung die Pro-pheten Jonas, Daniel, Osee, ferner den König David und Moses dar-stellen. Alle halten Bandrollen in den Händen, David ausserdem dasScepter, Moses die Gesetzestafeln. Der für die Friese bestimmte Raumist mit blankem Glase zugesetzt. Hinter dem Kopf des Jonas zeigensich die Reste eines violetten, hinter Osee eines blauen, hinter Moseseines rothen Hintergrundes, der sich bandartig auf Schulterbreite hinterden Figuren hinzieht. Die Bilder haben keinerlei Umrahmung; dienach abwärts und aussen gerichteten, reich beschuhten Fiisse ruhenauf einer Unterlage von romanischem Blattornament. Die Behandlungverräth die einfache Technik Theophils: Kräftige Konturen, nothdiirftige,durch Striche angedeutete Schattirung. Die starr blickenden Gesichtersind ohne individuellen Ausdruck; Haltung und Geberdensprache sindunbeholfen und steif; Köpfe, Hände und Fiisse sind ungewöhnlich grossund plump; die Fleischtheile zeigen keinerlei Modellirung.

Tie Häupter der Propheten bedeckt der spitze Judenhut, bei Jonas von blauer,bei Daniel von grüner, bei Osee von rother, bei Moses von blauer Farbe; der Ilutdes letztem ist mit rechteckig gestellten Linien verziert. David trägt eine goldene,mit rothen und blauen Edelsteinen besetzte Königskrone. Das goldene Scepterendigt in drei grünen, von einem rothen Rosettclien ausstrahlenden Blättern. DasGewand Davids ist eine lange, grüne gegürtete Tunika mit engen Aermeln undbreiten, von violetten und blauen nur an den Aermeln rothen Edelsteinen,sowie von winzigen Perlen bedeckten Goldsäumen. Ueber der Tunika liegt derrothe, violett gefütterte Mantel (pallium regale), dessen weisser Saum mit grünen undblauen Edelsteinen besetzt ist. Am Ilalse ist der Saum mit eigenthlimlichen strahlen-

) Beschreibung und farbige Abbildungen bei llerberger, Th., Die ältestenGlasgemälde im Dom zu Augsburg iS6o. Ferner zwei Figuren bei Kolb, a. a. O.Nach diesen kleinere Abbildungen an mehrern Orten.

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