Das Glas der Alten und seineästhetisch-technischen Eigenschaften.
^j^ereits Gessert') betont mit Recht, dass das eigenthümliche Wesender Glasmalerei eine besondere Art der geschichtlichen Behandlungbedinge. Während nämlich bei andern Zweigen der zeichnenden Künstedas Material und dessen Bearbeitung — also das rein Technische, —vor dem künstlerischen und historischen Theil in den Hintergrund tritt,behauptet in der Glasmalerei, wenigstens für die erste Periode, dieTechnik und deren Beschreibung eine gleichwerthige Stelle.
Ausser der recht mühseligen Glasbereitung durch Blasen wandteman ein zweites Verfahren an * 2 ), welches bei dem Vorzug eines geringerenAufwandes an Zeit und grösserer Einfachheit allerdings den Nachtheilhatte, dass bei der Bearbeitung viel „Verschnitt“, grosser Glasverlust,unvermeidlich war. Der Glasmacher blies eine Glasblase aus, brachtedas untere Ende an die Flamme, um eine Oeffnung zu bekommen,dehnte die letztere aus und drehte nun das Blasrohr mit möglichstgrosser Schnelligkeit rund. Die Ränder des flüssigen Glasklumpens ent-fernten sich durch die Centrifugalkraft immer mehr vom Mittelpunktund platteten sich ab. Auf diese Weise erhielt man konzentrischgestreifte und gewellte, kreisrunde Glasscheiben „Ochsenaugen,“welche in der Mitte dicker als am Rande waren, und an der Ansatz-stelle des Rohres eine vorspringende rauhe Narbe hatten. Diese Stückewurden nach Bedarf zugeschnitten. Solche Verglasung schliesst dieLichtöffnungen im Kreuzgange des Hospitals zu Cu es.
Gessert, a. a. 0 . S. $&•
2 ) Viollet-le-Duc IX, S. 377. Vergl. auch An inquiry into the difference ofstyle observable in ancient glass paintings etc. by an amateur (Winston) 1847, S. 13,14 und 341.
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