h. Jungfrau und des Heilandes, eines mit der Legende des h. Theophilus.Blau und Roth sind in der Farbengebung vorherrschend. In der schlechterhaltenen Nordrose sind verschiedene Wissenschaften und Künste desMittelalters dargestellt. In der Westrose nur ganz geringe Fragmentedes 13. Jahrhunderts; das Fenster mit der Darstellung des jüngstenGerichts wurde von Didron rekonstruirt. ln einer Chorkapelle frag-mentarisch das Martyrium des h. Laurentius.
Reims. Die ehemalige Kirche St. Nicaise besass zwei Rosen und 44 Fenster,welche zum Theil aus dem Jahre 1290 herrührten. Maxe Wer ly hat eine alteFederzeichnung aufgefunden, welche den Verglasungsplan angibt und vielleicht vondem Glasmaler selbst herrühren könnte ')■
Die Abteikirche St. Re m i bewahrt im Chor alte Glasmalereienaus der Zeit von 1200—1230, eine herrliche Kreuzigung, die Bildnisseverschiedener Könige und Heiligen, sowie den Erzengel Gabriel unddie h. Maria, die beiden letztem, ursprünglich zu einer Verkündigunggehörig, eingeschlossen von hellem Teppichgrund * 2 ).
In der Kathedrale 3 ) sind die alten Glasmalereien der Seiten-schiffe und des Chores im 17. Jahrhundert durch weisse Scheiben ersetztworden. Die Hochfenster des Chors und des Schiffes dagegen bewahreneinen reichhaltigen Schatz aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts;vielleicht reichen einige Werke zurück bis 1240. Im Chor die Kreuzigung,die h. Mutter mit dem Kind und Apostel, unterhalb der Erzbischof vonReims, neben ihm die Vorderseite der Kathedrale, in den andernFenstern je ein Suffraganbischof, ebenfalls begleitet von dem Bilde seinerKirche. Inschriften bezeichnen die Orte Chalons, Soissons und Laon.In den ornamentalen und architektonischen Einzelheiten, sowie in derZeichnung und Farbengebung der Bordüren herrscht grosse Mannig-faltigkeit. In den Rosetten der Fenster Darstellungen aus dem Lebendes Herrn und einzelner Heiligen.
Im Hauptschiff eine Reihe von Bischöfen 4 ) und Königen; letztere,nach einem und demselben Karton geschnitten, stellen nach der AnsichtTourneur s Herrscher Frankreichs dar, farbiger Teppich umschliesst die
') Maxe-Wer ly, L., Les vilraux de Saint-Nicaise de Reims. (Ifxtr.
du bull, du comite des travaux hist. No. 2, S p. et planche), Paris 1884.
~) Flüchtige Abbild, bei Wesllake I, 59, 60, 61.
3 ) Wrgh M. l’abbe V. Tourneur, Hist, et descr. des vilraux etc. de lacath. de Reims 1S57. — Derselbe, Memoire sur les vitraux de Notre-Dame de Reims.
Lasteyrie S. 85 u. f. Westlake I, S. Si u. f. — Bei Cahier und Martin eineGesammtansicht der Chorfenster. — Lacatte-Joltrois, Essais hist, sur les egliscsde Reims 1S43.
*) Marlot, Metropolis Remensis hisloria, Reims 1679, lib. III, cap. XXIpag. 472. ,,In his vetustiores Arcliiepiscopi ordinale repraescntantur pontificalibusinduti cum pallio, ut intuentium aniinos ad horum sanctitatem et exempla provoccnt.“