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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
Entstehung
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unter Architektur stehenden Gestalten. Die nächsten am Hauptportalsind erst aus dem 14. Jahrhundert und von geringerem Werth; zweiund zwei Figuren sind von derselben Zeichnung, nur in der Farbegewechselt; in der Farbengebung ist Blau so vorherrschend, dass auchMagne sich darüber beklagt.

Im Querschift' farbige und weisse Grisaillen des 13. Jahrhunderts,abgebildet und beschrieben von Cahier und Martin. Die Rose desnördlichen Querhauses, nur schwer verständlich, von manchen füreine Darstellung des Thierkreises gehalten, zeigt zahlreiche Thiere, aufdie Schöpfung der Welt bezügliche Bilder und Vorgänge aus derGeschichte der ersten Menschen und aus dem Leben des Heilandes.Das Ganze soll vermuthlich die Beziehungen zwischen Sündenlall undErlösung 1 ) darstellen. Die mangelhafte Zeichnung wird durch die Kraftund Harmonie der Farbenwahl einigermassen ausgeglichen; es ist eineschöne Arbeit des 13. Jahrhunderts.

An Stelle der 1580 durch ein Unwetter zerstörten südlichen Rose stehteine 1581 durch Nicolas Derode ausgeführte Arbeit.

Die Rosen der Westfagade. In der oberen Rose, über derenausserordentliche Farbenpracht verschiedene Schriftsteller ihr Entzückenäussern, eine Krönung Mariä, um welche sich drei Reihen Medaillonsordnen. Verschiedenartiger Teppich bildet den Grund derselben; dieinnere Reihe enthält Jungfrauen, Frauen, Aelteste und Propheten alsdie nächsten Verwandten der h. Maria, die mittlere Engel, die äussereKönige Israels.

Die untere, kleinere Rose, eine Arbeit späterer Zeit, lässt in der Farbe sehrviel zu wünschen übrig. Lasteyrie verweist auf eine alte Federzeichnung a ), welcheganz andere Formen dieser Rose zeigt; letztere soll erst gegen Ende des iS. Jahr-hunderts erneuert worden sein. Zwischen den Rosen eine Gallerie Fenster, welcheüberlebensgrosse Einzelfiguren enthalten, nach Tourneur die Taufe Chlodwigs ; einzelneThcile stammen aus dem 13. Jahrhundert, anderes aus dein Jahre 1550; endlichbesagt eine Inschrift, dass das Fenster 1834 restaurirt wurde.

Orbais. Auf der Grenze zwischen dem 13. und 14. Jahrhundertstehen ein segnender Christus, Bischofsfiguren und zwei allegorischeMedaillons, die Rhetorik und die Grammatik darstellend.

Im Schlosse Baye bei Montmort bewahrt die Kapelle aus demAnfang des 13. Jahrhunderts die alte Glasmalerei, einen StammbaumJesse und die Leidensgeschichte Christi.

Chalons-sur-Marne. Aus dem Ende des 12. Jahrhunderts, alsoaus der alten, 1230 zerstörten Kirche, stammen einige Medaillonreste.

') Yergl. Lasteyrie S. 90, sowie die ilüchtige Zeichnung eines Theiles der nördl.und westl. Rose bei Westlake T, 85.

") Die Federzeichnung befindet sich in einem Manuskript der Königl. 1 > i bl io t lickund stammt aus den Jahren 1583 15S7.

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