sichtigen wollte, würde denselben Erfolg haben, wie Viollet-le-Duc mitseiner Reise nach Tegernsee. Auf eine vorsichtiger Weise vorausge-schickte schriftliche Anfrage erhielt Verfasser die kurze Antwort: „Vondem, was Sie hier suchen, ist keine Spur zu finden.“
Bevor wir eine Aufstellung ') der heute ve rschwun d e n e n Denk-mäler des 13. Jahrhunderts geben, mögen einige irrig datirte Werkekurz Erwähnung finden.
Nach Gessert 1 2 ) soll in einem uralten Fenster des Rathhauses inOberehnheim im Eisass, der Residenz des alemannischen HerzogsEthico, die Uebergabe des von ihm errichteten Klosters Hohenburg anseine Tochter Atilia abgebildet sein. Das Alter dieser Glasmalerei setzter mit dem Monument im Kreuzgange des Klosters Hohenburg (Hohen-heim), welches denselben Akt, übrigens in ganz anderer Auffassung, dar-stellt, in das 12. Jahrhundert. Das betreffende Fenster ist um die Mittedes 17. Jahrhunderts entstanden und wahrscheinlich mit mehrern anderndamals in demselben Saale befindlichen Wappenfenstern von dem Strass-burger Glasmaler Bartholomaeus link angefertigt worden 3 ), während dieUebergabe des Klosters Ende des 7. Jahrhunderts stattfand.
Ferner erzählen mehrere Schriftsteller von den alten Fenstern ausdem Jahre 1188 im Chor des Domes zu Goslar am Harz. Es sind diesausser einem einst im Mittelfenster prangenden Reichsadler die Bilder derSchutzheiligen des Domes, der heilige Matthias, Simon und Judas, sowie derKaiser Konrad I., Heinrich 111 ., beide in vollem Ornat, und Friedrich I.in Rüstung, Scepter und Schwert haltend. Bei der Auslegung der inden Inschriften enthaltenen Jahreszahlen 4 ), welche auf die Gründung derKirche auf der Harzburg und deren Verlegung nach Goslar hin weisen,hat man das Alter der Fenster mit dem Alter der dargestellten Persön-
1 ) Die Aufzählung erscheint nöthig, weil in den meisten Werken das Nicht-vorhandensein nicht genügend betont wird, vor allem aber deshalb, weil die beträcht-liche Ausdehnung der Glasmalerei Deutschlands im 13. Jahrhundert eine weitere Be-stätigung findet.
2 ) Gessert a. a. O. S. 67.
3 ) Silbermann, Beschreibung von Hohenburg. 1781 S. 10. Atl. Taf. 2. Pfeffinger,Hohenburg oder der Odilienberg S. 40 Taf. V, Strassburg 1812.
J. A. Silbermann, Beschreibung von Hohenburg oder dem St. Odilienberg. NeueAuflage besorgt von Adam Walther Strobel. Strassburg 1835. Hie I. lafel zeigt inder Mitte noch die Uebergabe des Schlüssels; zwischen beiden higuren das Wappen.Nähere Beschreibung fehlt.
4 ) Gessert a. a. O. S. 68. Fiorillo, Geschichte der zeichnenden Künste inDeutschland etc. B. II, S. 30. — I.evy et Capronnier a. a. O. S. 56. Nousdevons encore citcr les vitraux de 1 ’eglise de Goslar, dans le Hartz; ils sont de 1188et portent les portraits des empereurs Conrad I., Henri III., Henri IV. et Irederic I.
1 .abarte a. a. O. B. III, S. 349.
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