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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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Ordnungen nicht ihres eigenen Reizes; wir erinnern an Rothenburg,Nürnberg, Königsfelden, Thann usw. Trotz des Mangels der conspiratiopartium, der Uebereinstimmung der Theile, leuchtet aus dem Ganzendie conspiratio mentium, die Uebereinstimmung der Geister hervor.

Rücksichtlich des Inhaltes der einzelnen Fenster ist zu bemerken,dass die Glasmalerei sich gleichfalls des grossen Bilderkreises bemächtigte,welcher für die Mosaiken, für die Wand- und Deckenmalerei, sowie fürdie Miniaturen den Stoff lieferte.

Wir erwähnten bereits die Darstellung der Einzelfiguren, der Pro-pheten und Apostel, der Heiligen und Märtyrer, ihrer Legenden, sowiedie typologische Anordnung, d. h. die durch innern Zusammenhangbestimmte Gegenüberstellung von Darstellungen aus dem alten und demneuen Bunde. In den Glasgemälden begegnen uns zahlreiche Marien-darstellungen, gewissermassen als Gegenstück zum Stammbaum Jesse dasBild des Thrones Salomo. Gleichnisse und Weissagungen finden ingleicher Weise wie die Dogmen der Kirche ihre bildliche Darstellung.Das jüngste Gericht und das Glaubensbekenntniss füllen die Gefächereinzelner Fenster. Vom Sündenfall bis zur Erlösung sind alle Ereignissevon den alten Glasmalern verwerthet worden.

Die Reihe der Darstellungen ist fast unendlich. Neben den le-gendarischen und typologischen Vorgängen bietet die Symbolik und dieAllegorie ein fruchtbares Feld. In Anknüpfung an die Erschaffungs-geschichte bringt der Glasmaler den Thierkreis, die Jahreszeiten, dieMonate, die Tageszeiten. In Canterbury haben die Altersstufen desMenschen in sechs Glasbildern ihre Darstellung gefunden. Die ElementeErde, Luft, Wasser und Feuer, die Hauptwinde, die Paradiesesflüsse,das Himmelsgebäude mit Sonne, Mond und Sternbildern sind in altenGlasgemälden zu finden. Der Kampf der Tugenden mit dem Laster, diethörichten und klugen Jungfrauen, die leiblichen und geistigen Werkeder Barmherzigkeit, allegorische Bilder der Kirche und der Synagoge,und ähnliche Darstellungen entgingen dem erfindungsreichen Künstler nicht.

Selbst das Profane wurde, als von Gott ausgehend, in den kirch-lichen Bilderkreis hineingezogen. Des Abtes Sugerius alte Cdasgemäldeenthalten die Geschichte Karls des Grossen und Begebenheiten ausden Kreuzzügen. Allegorien der Künste und Wissenschaften belehrenuns über den damaligen Stand der Kultur. Bilder der Sibyllen,von Philosophen und Dichtern, Helden und Schriftstellern versetzen unsin das griechische und römische Alterthum. Die einzelnen Beispielewerden den schöpferischen, erfindungsreichen Sinn der alten Meisterzur Genüge darthun.

Erklärendelnschriften, Namen, Sprüche und Widmungen sindmeist im Sockelfeld oder im Bogen des Baldachins angebracht; nichtselten stehen sie im Nimbus oder sie sind regellos zu Füssen oder in

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