Schulterhöbe des Heiligen in den Hintergrund eingebleit. Sehr häufigsind flott geschwungene Bandstreifen die Träger der Buchstaben. Zu-weilen findet man die Inschriften auf Kleidersäumen, seltener auf denHüten (Legden). Die Anbringung von Schriften in Bordüren und Me-dailloneinfassungen wurde bereits erwähnt.
Seit der Frühzeit war es üblich, die Wohlthäter der Kirche imFenster zu verewigen-, zu Klosterneuburg stehen die Babenberger alsselbstständige Bilder, im Strassburger Münster Könige und Bischöfe.Verbreiteter war die Sitte, die Bildnisse der gottesfürchtigen Geschenk-geber in kleinem Massstabe den Hauptdarstellungen beizufügen. Manpflegte die demiithigen Stifter, Männer in geistlicher oder ritterlicherTracht und Frauen in weltlicher oder geistlicher Kleidung, in knieenderStellung, betend zu den Füssen der Schutzheiligen anzubringen. DasDonatorenbild des Abtes Sugerius zu St. Denis ist, weil überall abge-bildet, allgemein bekannt. Diesem sehr ähnlich ist Abt Edelinus in derWeissenburger Rose. Bereits in den ältesten Glasgemälden werdenwir Donatorenbildern begegnen, in den Arnsteiner, zu St. Kunibert inKöln, in Klosterneuburg, in Baden-Baden, Nieder-Hasslach, Regensburg,Oppenheim usw. ln einzelnen Fenstern erinnert bloss das Wappenschilddes Geschlechtes an den opferwilligen Geschenkgeber (Heimersheim,Burg Hohenzollern, M.-Gladbach, Dom zu Köln u. a.). Im T4. Jahrhundertsind die Donatorenbilder fast stets von helmgeschmückten Wappenschildernbegleitet; besonders prächtige Beispiele zu Leoben.
Meist sind die Donatorenbilder in den untern Fenstertheilenuntergebracht; in Klosterneuburg füllen sie die Masswerkfiguren. LetztereArt ist in Frankreich sehr verbreitet; Ritter in vollster Rüstung undhoch zu Ross haben in den Rosetten ihre Stelle. Hier begegnet manhäufig Donatorenbildern, auf welchen der knieende Geschenkgeber dasModelleines Kirchenfensters emporhält; eine derartige Versinnbildlichungder Widmung findet sich in einem Fenster des Domes zu Metz.
Eigenartig ist das bereits erwähnte Donatorenbildniss zu Lindenaund, in Deutschland wenigstens, einzig in seiner Art das Abbild desGeschenkgebers in den Arnsteiner Fenstern (1230). Hier hat der Malerselbst sein Portrait der Nachwelt überliefert.
Ausser weltlichen und kirchlichen Würdenträgern stifteten die ein-zelnen Gewerke Fenster; in den untern Feldern wurden dieselben durchdie Vorführung ihres Betriebes näher gekennzeichnet. Während dieseWidmungsbilder in den französischen Kathedralen allenthalben wieder-kehren, z. B. Rouen, Chartres, Le Mans, Bourges usw., sind uns gegen-wärtig in Deutschland nur einige Felder ähnlichen Inhalts im FreiburgerMünster erinnerlich.
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