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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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Leichter erscheinen die spätem, zum Theil von dem ArchitektenEmil A m e ') aufgefundenen Blattmuster aus der CistercienserabteiP o n t i g n y , als zweite Tochter des Musterklosters Citeaux 1114 gegründet,1150 vollendet; gefällig sind die Bandmuster aus den 'genannten Orten,ferner die Verglasungen aus der Collegiatkirche St. Martin zu Chablis,zu Megennes, zu Montreal und aus der Hospitalkapelle zu Sens;ein anderes Beispiel aus der Abteikirche von Beaulieu bei St. Antoninerwähnt Viollet-le-Duc (IX, 461). Muster aus dem 14. Jahrhundertstehen nach Ottin zu M us s y - sur - S e in e.

Die Blankverglasungen sind meistweiss ; häufig jedoch erhältder Grund eine von dem Bandgeflecht etwas abweichende Farbe, dochso,dass Grund und Streifenwerk im Ton wenig auseinander liegen.Reiche und vielfache Farben werden von so einfachen Mustern seltenertragen. Ein Gegensatz zwischen der anspruchlosen Zeichnung unddem in die Augen springenden Farbenwechsel wirkt nur zu leichtbäuerisch roh. (Beissel.)

Letztem Mangel zeigen zahllose neuere Kathedralglas-Verbleiungen.Ruhige Stimmung gibt die Verwendung gelblicher und grünlicherAntikgläser.

Eine grosse Tafel von Verbleiungsmustern enthält das BuchLe Vieils, desgleichen eine Seite (787) bei Caumont, mehrere beiOttin. Anmuthiger sind die von Beissel gebrachten Muster; zweireizende Felder finden sich bei Schäfer a. a. O. S. 39, deren einesmit ganz geringen Abweichungen bei Elis 1 2 ) aufgeführt wird. AndereMuster aus Krakau bringt Essen wein.

Mehr oder weniger liebliche Bandmuster sind aus verschiedenendeutschen Kirchen erhalten geblieben, so in Marienstatt, Arnstein,Witze nhausen , Gudensberg, Marburg 3 ) u. a., ferner im Museumzu Wiesbaden.

Dem Kloster Annrode bei Mühlhausen in Thüringen ist eineAbbildung in Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen entnommen.

Eine erwähnenswerthe Mittheilung macht Le Vieil a. a. O. III, 5 u. 6 : 1761

existirten noch in der um den Chor der Kirche Notre-Dame zu Paris über der Sakristeigehenden Gallerie sechs Fenster, welche nur aus weissem Glase gemacht waren. In^einem dieser Fenster war eine gemalte Tafel, auf welcher man einen Geistlichenerblickte, der mit dem Messgewand bekleidet war und in seinen Händen einen Planeines von diesen mit weissen Gläsern besetzten Fensters hielt. Inschrift auf einem

1 j Recherches sur les anciens vitraux incolores du departeinent de l\ onne parM. Emile Ame 1854.

2 ) Handbuch der Mosaik- und Glasmalerei von Elis, herausgeg. v. J. Andree.Leipzig 1891. S. 60, Fig. 34.

3 ) Vgl. Abbildungen bei Schäfer u. Rosstäuscher; andere Musterbei Levyu. Capronnier und anderwärts.