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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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liebtheit, nicht minder der grossem Helligkeit, als auch der Wohlfeilheithalber. Schon von Theophil erwähnt, blieb diese einfach-schöneGattung von Fensterwerk in der Geschichte der Glasmalerei arg ver-nachlässigt ; seit Le Viei 1 brachte, abgesehen von einigen Abhandlungenin Didrons Annalen, nur Vande Velde 1 ) über die Blankverglasungeinen gedrängten Abriss nebst zahlreichen Abbildungen.

Die Alten mögen wohl über eine unendliche Fülle ornamentalerFlächenmuster verfügt haben. Ausser den spitz- oder rechtwinkeliggerauteten Feldern gibt es eine ansehnliche Reihe anderer geometrischerFlächenmuster, Zusammenstellungen aus Drei-, Sechs- und Acht-ecken, aus Schuppen und Kreisen, in Kreuz- und in Stern-formen. Die Mosaiken der Fussböden, Wände und Gewölbe botendem Kunstglaser eine reichhaltige Fundgrube. Zur Kunstverglasunggehören auch die Butzenscheiben, ins Drei- oder Viereck gestellt;die Zwischenräume wurden mit drei- oder viereckigen Zwickeln ausweissem, seltener und erst später aus farbigem 2 ) Glase ausgefiillt.Vande Velde bringt Beispiele von länglichen, ovalen Butzen, ln sechs-eckige Form gebrachte Butzen wurden bereits erwähnt, desgleichen dasmuthmassliche frühe Vorkommen der Nabelscheibchen.

Wirkungsvoller sind die Bandverschlingungen, deren kunst-voll verkettete Flechtmuster leider nur in massiger Anzahl erhalten sind;diese oft zierlichen Verflechtungen machen bei richtiger Abwägung derAusdehnungsverhältnisse 3 ) zwischen Hintergrund und Bandwerk einenrecht gefälligen Eindruck; sie übertreffen die Flächenmuster sowie diegrob ausgekröselten, vereinfachten Blattformen, deren Anhäufung in denFenstern etwas schwer und plump erscheint.

Die von Abbe Texier 4 * * ) veröffentlichten und allenthalben abge-druckten bekannten Muster aus der Kirchenruine der Abtei Bonlieu(Creuze), gegründet 1119, eingeweiht 1141, und aus der 1142 vollendetenAbteikirche O basine (Correze), welche bis in das 12. Jahrhunderthinaufreichen, bestätigen diese Ansicht.

') A. a. O.; Uebersetzung imDiamant Jahrgang V, 1883.

2 ) Vande Velde erwähnt dunkelbraune Zwickel.

3 ) Vgl. Zeitschrift für christl. Kunst. IV, lieft 7. Fensterverbleiungen aus derKirche der Ursulinerinnen zu Maaseyck. Mit 11 (sehr nachahinungswerthen) Abbil-dungen. Stephan Beissel, S. J. Seite 222,Dies Verhältniss des Flechtwerkszum Hintergrund, das etwa 2:3 oder höchstens 1 : 3 beträgt, einzuhalten, ist eines derersten Erfordernisse, um solche Muster wirkungsvoll zu machen. Wiegt der Hinter-grund zu sehr vor, so wird das Ganze mager; ist das Flechtwerk zu breit, so ent-steht Unklarheit und Verwirrung . 11

4 ) Histoirc de la peinture sur verre en Limousin. Paris 1847. PI. I., 1.

Ferner Origine de la peinture sur verre. Paris 1S50. Didrons Annal. archeol. X.

S. 81 u. f. Vgl. auch Camesina Tafel XXXI u. XXXII, Viollet-le-Duc u. a.