beiden letzteren Darstellungsweisen auf, die Verwandtschaft zwischendem purpurnen und dem fleischfarbenen Glase.
VIII. „Wie Glas mittelst Blei verfertigt wird, und wieman ihm Farben verleiht.“ Von diesem Kapitel ist nur ein Theildes Textes bemerkenswerth: „Von diesem Bleiglas kannst du, wenn duwillst, Mischungen mit einem grossinum Saphir zum Bemalen des Glasesmachen, nachdem noch ein Drittel Eisenschlacken dazu gesetzt sind“ ').
Eine weitere unanfechtbare Ergänzung zu den Angaben vonKapitel 18, 19, 20 und 21 des zweiten Buches.
Eine ganze Reihe der Heraclius’sclien Rezepte sind mystischen Inhalts, sobesonders auch Kapitel IX. „Wie Glas (und andere Steine) geschnitten werden.“
Manches von diesem Aberglauben ist lange am Gewerbe hängen geblieben.Noch sehr spät begegnen wir sonderbaren Begriffen bei den Glasmalern und Glasern.In vollem Ernst schreibt Le Vieil * 2 ): „Sogar erfordert die Glasmalerei mehr als jede
andere Art der Malerei, bloss die Emailmalerei ausgenommen, einen gesunden Körper,und zwar nicht nur auf Seiten des Künstlers, sondern auch auf Seiten aller derPersonen, die um ihn sind. Denn wenn schon die üble Beschaffenheit der Luft derVitrifikation der Emaillen schädlich ist, so kann eben auch ein unreiner Athem der-jenigen Personen, die sich dem Glase, das der Maler eben unter der Hand hat,nähern, der Arbeit im Feuer sehr nachtheilige Zufälle veranlassen. Mit welcherSorgfalt muss daher nicht ein Glasmaler von selbiger Zeit an alle diejenigen vonseiner Werkstatt zu entfernen suchen, von denen er weiss, dass sie entweder miteiner schändlichen Krankheit behaftet sind oder doch wenigstens Knoblauch oderZwiebeln gern essen! „Ich sähe,“ sagt der auf alle Kleinigkeiten so auhnerksameBernard de Palissy, „dass zu der Zeit, da die Glaser wegen der Figuren, diesie in den Kirchenfenstern anbrachten, in grossem Ansehen stunden, diejenigen, diebesagte Figuren malten, sich nicht unterstanden, Knoblauch oder Zwiebeln zu essen,weil sonst ihre Malerei auf dem Glase nicht gehalten haben würde. Ich kannte einengewissen Jean de Gönnet, dessen Malerei, bey all seiner Geschicklichkeit in besagterKunst, dennoch darum nicht halten konnte, weil er einen stinkenden Athem gehabt “— (Discours admirable des eaux et fontaines etc. S. 113. Ausgabe 1580.)
Dass bis heute zu die Glaser sich gegen vermeintliche Bleivergiftung, die,nebenbei bemerkt, bei ihnen nicht auftritt, durch (manchmal allzu) reichlichen Alkohol-genuss, mit Vorliebe in Form von Branntwein, zu schützen suchen, ist Thatsache.
Von Wichtigkeit ist noch Kapitel XLIX. „Wie man auf demGlase malt“ 3 ). „Es ist zu berichten, wie du auf Glas malen musst.Nimm ein grossinum Saphir und den Abfall, welcher vom heissen Eisenam Schmiede-Amboss geschlagen wird (also Eisenhammerschlag); nimm
') De isto vitro plumbeo poteris, si vis, cum grossino saphireo miscere adpingendum in vitro, apposita tercia parte de scoria ferri.
-) Le Vieil a. a. O. II, S. 120 und 121.
3 ) Quomodo pingitur in vitro. — Dicendum quomodo pingere debes in vitro.Accipe grossinum de saphiro et palleam, quae excutitur de calido ferro super incudemfabri, cum grossino tertiam partem pones, et plumbeum vitrum, Judeum scilicet, misces,et super marmorem fortiter teres, sicque pingere potes.