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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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Ganze durch erneutes Mahlen fertig. Die Mischung erhält eine blaueFärbung, die dann des Feuers Gewalt in eine schwarzeG 1 a s f a r b e verwandel t.

Aehnlich lautet XXLVon einer überaus stark grünen Glasfarbe.

Diese Kapitel sprechen deutlich von der Herstellung einbrenn-barer Schmelzfarben, von dem Brennen selbst und von derWirkung des Brandes. Soll der Schritt zur Anwendung solcher

verglasbarer Farben bei der Bemalung des Flachglases, bei den durch-sichtigen Fenstermosaiken so schwer, so weit gewesen sein? Müssenwir nicht vielmehr mit grosser Wahrscheinlichkeit annehmen, dass mandamals, im io. Jahrhundert, wenn nicht schon früher, als man bereitsSchmelzfarben für die Töpferei kannte, diesen Vorgang auch bei derGlasmalerei anzuwenden versuchte, um so mehr, als alle Kunstzweige inden Klöstern vereinigt waren ?

Es beginnt das dritte in Prosa abgefasste Buch des vorgenanntenHeraclius über die erwähnten Farben und Künste.

Die ersten vier Kapitel sprechen gleichfalls von Glasfarben zumBemalen der Gefässe. Auch hier wird ausdrücklich vom Einbrennender verglasbaren Farben gesprochen; auch hier finden wir zur Herstellungder Schmelzfarben Gemenge von Glasmasse mit Metalloxyden (Blei undKupfer).

Der Inhalt des Kapitel V,wie und wann das Glas erfunden wurde, beruhtgrösstentheils auf Nachrichten des Plinius, deren Glaubwürdigkeit bereits obenbeleuchtet wurde.

In der Einleitung erfahren wir, woher das Wort vitrum seinen Namen hat,nämlich weil es, wie Isidor sagt, für den Blick visui (!) vermöge seiner Trans-parenz durchsichtig ist.

Die in diesem Kapitel genannte Masse ,, Admovitrius erklärt Ilg sich als hartesGlas aus ädä/iag und vitrum. Eine andere Erklärung gibt Mrs. Merrifield (II, 893):Admovitrius könnte ammonitrum oder haminonitrum, der alte Ausdruck für dieFritteoder erste Mischung sein, welche man hei der Vermengung von Sand und Alkalierhält. (Vergl. Plinius lib. XXXVI. cap. 26.) Cesalpino spricht bestimmt überdiesen Punkt: er sagt, dassvon Sand und Salpeter eine Masse hergestellt wurde,welche Plinius hammonitrum nennt und welche jetztFritte genannt wird. (Vergl.Merrets Notes zu Neris Arte Vetraria cap. VIII.) Der ebenfalls erwähnte Obsidianist natürlicher Glasfluss. (Ilg a. a. O. S. 133. Mrs. Merrifield 210.)

Nicht viel höheren Werth beansprucht das Kapitel VII:Quomodoefficitur vitrum album et etiam de diversis coloribus. Nach einer werth-losen Beschreibung der Bestandtheile des Glases und des zu seiner Her-stellung erforderlichen Ofens folgen gleichwerthige Belehrungen, wieweisses und farbiges Glas gemacht wird, darunter das rothe, Galienumgenannt, mit Kupferfeile; unter den unbrauchbaren Vorschriften überdie Herstellung von gelbem, grünem, purpurnem und fleischfarbenem(membranaceum oder membrun) fällt uns nur die Gleichartigkeit der

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