David lind mit Hendrie in das io. Jahrhundert, während Kugler sie sogarin das 8. oder 9. Jahrhundert verweist; beide Bücher stammen augenschein-lich aus der Feder eines und desselben Mannes, eines Italieners, währendder dritte Theil eine Zusammenstellung verschiedener Angaben enthält,wobei immer ein Kopist nach dem andern von seinem Wissen hinzugab;der dritte Theil dürfte der Zeit vom 12 — 13. Jahrhundert angehören.
ln längerer, scharfsinniger Abhandlung sucht 11g den Namen „Heraclius“ alsunhislorisch darzustellen. Nach andern von 11g aufgestellten, allerdings auch wiederaufgegebenen Vertnuihungen könnte entweder der angebliche Verfasser Heraclius selbstdas Buch Über Ileraclii genannt und ein Kopist den keinesfalls vom Verfasser zuge-setzten Ausdruck des Eigenlobes viri sapientissimi beigefügt haben, oder aber einKopist hat der Ueberlieferung nach aus seinem Gedächlniss den vielleicht damalsbekannten Autor zugeschrieben. Trotz der Ungenauigkeit beziehungsweise Unbrauch-barkeit der mystischen und abergläubischen Recepte will Heraclius nach seiner Ver-sicherung nur Selbsterprobtes berichten.
Das erste Buch beginnt mit einem Vorwort in Versen.
In Kapitel III: „Von der Bemalung irdener Gefässe“, schildertHeraclius die Anwendung einer mit Gummiwasser angemachten Schmelz-farbe sowie das Einbrennen derselben.
Kapitel IV handelt „von der Skulptur in Glas“ mittelst eines harten Steines,Pyrit genannt.
liier scheint weniger ein eigentliches Schneiden des Glases als vielmehr eineZiselirung gemeint zu sein. In einer Handschrift liest man statt ,,piritis u ,,srnerilli“,also Smaragd; dieser wurde mehrfach zum Glasschneiden benutzt. Die weiteren Vor-schriften des ersten Buches bieten kein besonderes Interesse, allenfalls Kapitel XIII.,,Von der Härtung des Eisens, um damit Steine (also vielleicht auch Glas) schneidenzu können.“
Im zweiten Buche handeln mehrere Kapitel von Glasfarbenzum Bemalen der Thongefässe, bringen demgemäss ausgesprochene Vor-schriften zur Bereitung feuerfester Schmelzfarben. Kapitel XVIII. „Wiedie zum Bemalen irdener Gefässe dienende grüne Glasfarbe gemachtwerden soll.“ XIX. „Von weisser Glasfarbe zum Bemalen von Thon-geschirren.“ Ferner XX. „Von schwarzer Glasfarbe zumBemalenvon Thongefässen“ *).
„Schwarz wende auf folgende Weise für Bemalungen an: Zerreibe
den Azur, der in der Erde gefunden wird, mit Gummi, zermalme durch-sichtiges Glas auf einem Marmorsteine, mische es hinzu und stelle das
1 j XX. De vitro nigro ad vasa fictilia depingenda.
Sic etiam nigrum pingendi transfer in usum,
Qui terra capitttr cum gummo contere lazur;
Et sic perspicuum frangens in marmore vitrum,Ipsi miscebis, rursumque terendo parabis.
Haec quoque caeruleam sumet commixtio formamQuam tarnen in nigrum vertet vis ignia vitrum.