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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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kam. Auch ist anzunehmen, dass die Erfindung derselben in den demRhein benachbarten Gegenden gemacht worden ist. So La-barte. Schon lange vor ihm wurde durch den Engländer Dallaway')Deutschland die Erfindung zugesprochen; der Franzose Millin s ) erkenntin seiner Uebersetzung des englischen Werkes diese Ansicht still-schweigend an.

Die Behauptung, dass die Glasmalerei von Frankreich nach Deutsch-land gelangt sei, wird vor allem durch den Umstand widerlegt, dassdie alten deutschen Glasgemälde von den französischen grundverschiedensind, sowohl in ihrer ganzen Anlage, in der inneren Eintheilung, alsauch in der zeichnerischen Ausführung, ganz besonders aber in derFärbens tim m u n g.

Die Streitfrage zwischen Deutschland und Frankreich zeichnetv. Falke * * 3 ) mit wenigen Worten :So mag der Sreit über die Prioritätder Nachrichten unentschieden sein. Der wirklichen Existenz einervielbeschäftigten Werkstätte in Tegernsee steht bei den Franzosen nurdie Nachricht über das gleichzeitige Vorkommen gemalter Fenster gegen-über, nicht aber die Nachricht, wo sie gearbeitet worden. Wo diefranzösische Werkstätte damals war, wissen wir nicht. In Deutschlandaber kennen wir nicht bloss eine Werkstätte, es sind auch Glasgemäldeerhalten, welche, soweit sich überhaupt ein Beweis hersteilen lässt, jenenNachrichten über Tegernsee gleichzeitig sind. Und diese Glasgemäldezeigen die Technik und Kunst der ersten Epoche völlig ausgebildet, dieBleifassung, musivische Zusammensetzung gefärbter Gläser, Figuren undZeichnung und Beischriften in Schwarzloth, ganz entsprechend, wie dasin den betreffenden Kapiteln des Theophilus beschrieben ist. Dies sinddie alten Fenster im ältesten romanischen Theile des Domes zu Augsburg.

Diese Nachricht über das gleichzeitige Vorkommen von gemaltenFenstern in Frankreich bezieht sich auf die Chronik der KircheSt. Benigni zu Dijon; auf Grund dieser Chronik setzt Emeric-David 4 ) die Erfindung der Glasmalerei in Frankreich unter die Re-gierungszeit Karls des Kahlen (f 877). Der Verfasser der bis 1052reichenden Chronik des Klosters St. Benigni zu Dijon berichtet nämlich,dass noch zu seiner Zeit in der Kirche dieses Klosters ein sehr altesGlasgemälde sich befunden habe mit Darstellungen aus dem Martyrium

*) Anecdotes of the arts in England or comparative observations in architecture,sculplure and painting chiefly illustrated by specimens at Oxford 1800; 8°.

B. II, S. 193 der Pariser Ausgabe 1806; linvention du verre colorie vientde lAllemagne et des Pays-Bas.

3 ) Jacob von Falke, Geschichte des deutschen Kunstgewerbes. Berlin

1S88, S. 65.

4 ) Emeric-David, Ilistoire de la Peinture 1S42, Seite 79.

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