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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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der heiligen Paschasia. Emeric-David schliesst aus den hierüber vondem Chronisten gemachten Angaben, dass dies Gemälde aus der alten,von Karl dem Kahlen gestifteten Kirche stamme. Auch bei der Wider-legung dieses französischen Schriftstellers, dessen Behauptung übrigensselbst bei dem Frankreich sehr wohlwollenden Engländer Westlake(I, S. 5 Anm.) sowie bei seinem Landsmanne Lenoir) starken Zweifelnbegegnet, möchten die Einwände eines Deutschen wegen des einmalvorhandenen Prioritätsstreites, weil nicht ganz vorurtheilsfrei, nicht alsvollgültig anerkannt werden. Wir verzichten deshalb auf persönlicheWiderlegung und geben abermals dem Franzosen Labarte * 2 ) das Wort.

Dieser weist die Behauptungen seines Landsmannes in sachlicherBegründung mit aller Entschiedenheit zurück und erklärt dessen Aus-führungen für ungenau und unrichtig. Bei dem Bericht über denBau der Klosterkirche im Jahre 1001 führt der Mönch die Namen derHeiligen an, deren Leiber in der Kirche ruhen, und bei der heiligenPaschasia sagt er 3 ):pro confessione deitatis se?)tentia fuit multata capi-tali; ut quaedam vitrea antiquitus facta et usque ad nostra perdu raustempora eleganti praemonstrabat pictura Emeric-David hat übersehen,dass die Kirche nach Karl dem Kahlen mehrere Male, zuletzt 1001,restaurirt worden ist, und gerade im Zusammenhang mit der letztenRestauration schildert der Chronist das Fenster. Emeric-David führtdasselbe einfach auf Karl den Kahlen zurück, und hierbei kann er sichnur auf das "Wort antiquitus stützen. Labarte lässt jedoch die Ueber-setzung des Wortes antiquitus durch trcs-ancien sehr altnicht zu und will dasselbe mit anciennement, autrefois, jadis, depuisassez longtemps 4 ) übersetzt wissen, also mit vormals, ehemals, seitgeraumer Zeit. Demnach könne der Chronist hiermit ein Gemäldegemeint haben, welches 5060 Jahre vor 1052 entstanden sei, also eineArbeit aus der Zeit Ottos II. oder Ottos III.,in deren Regie-rungszeit man die Erfindung der Glasmalerei setzen kann,also doch mehr als 100 Jahre nach dem Tode Karls des Kahlen(f 6. Oct. 877).

Aber selbst angenommen, fährt Lab arte fort, das Fenster sei ältergewesen, so ist nicht erwiesen, dass es echte Glasmalerei gewesen ist.Zunächst liege die Möglichkeit vor, dass die Figuren einfach den LTm-rissen nach aus farbigen Stücken ausgeschnitten und dann ohne

*) Alex Lenoir, Musee des Monuments frangais tom. VIII. Aperguhistoriquedes Arts du Dessin, page 90, Paris 1821.

~) La barte a. a. O. III, S. 340.

j Vetus chronicon abbatiae S. Benigni Divion., ap. d'Achery, Spicilegium t.I, S. 436.

4 J Dictionnaire latin-frangais par M. Quicherat.

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