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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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Gleich an dieser Stelle sei darauf aufmerksam gemacht, dass derBrief des Abtes Gozbert, welchen Sepp als Beweis für die Erfindungoder für die erste Ausbreitung der Glasmalkunst von Tegernsee ausanführt '), auf welchen sieb auch Wackernagel, Sighart u. a. in diesemPunkte berufen, gerade das Gegentheil schlagend beweist, nämlich, dassin Tegernsee der Ursprung nicht zu suchen ist, sondern allenfalls beijenem Grafen Arnold, dem Abt Gozbert für die Schenkung der Glas-gemälde dankt und den er zugleich bittet, Tegernsee’er Mönche indieser Kunst zu unterrichten. Ob Graf Arnold diese Fenster auf seinemeigenen Besitzthum anfertigte oder, was wahrscheinlicher ist, in einembenachbarten Kloster ausführen liess, können wir nicht einmal muth-masslich bestimmen. Jedenfalls muss der „ungenannte Benediktiner vonTegernsee“ den Ruhm der Erfindung einem andern überlassen, vielleichteinem Ordensbruder in St. Emmeram zu Regensburg, von wo aus jaauch Gozbert als Abt nach Tegernsee berufen worden war. I )ie Regens-burger Schule erfreute sich schon früh sehr grossen Rufes, so dassselbst Fürsten der damaligen Zeit ihre Söhne dorthin schickten; vonSt. Emmeram kam auch die Buch- und Miniaturmalerei nach Tegernsee;wir erinnern nur an den kunstfertigen Abt Ellinger (1017 —1056).Uebrigens standen die Vohburger in Beziehungen zu St. Emmeram undzu Tegernsee. In St. Emmeram lebte zu Anfang des 11. Jahrhundertsmit den Gelehrten Ottlon und Wilhelm der berühmte Mönch Arnoldvon Vohburg 2 ), der 1040 in dem durch seine Schule hochangesehenenKloster zum Abt erwählt wurde. Und Graf Popo “), der Bruder Arnold’s

quamvis victus nobis incumbat necessitas statim post pascha nostros vitreariosjubemus eidem insistere operi et quiequid exinde fiet, quanto citissime possumus pernostrum nuntium vobis denuntiare non tardamus. — Ad Gottschalchum Ep. F r i s i n-gensem: se petita vitra post Pascha missurum. — Codex Diplomatico-Historico-Epistolaris. Pez. Thes. aneed. VI. I, 144 und 155. — Ferner abermals an denselbenBischof (wohl unzweifelhaft aus Tegernsee und von Peringer, wenn auch nur mit P.bezeichnet): Multum nos pudet simulque poenitet, quod dignitati vestrae non possumusdignum servitium praebere; ducentas tantuin tabellas vitri praeparamus — ideotarn parvum vobis mittimus, quia totum Opus perficere non potuimus inopia praepediti.Meichelbeck 1, 2, 472. — In dem Briefe an eine Aebtissin heisst es : Quod vobis

adhuc non dedimus vitrum, ut rogatis, non fuit culpa nostrae tenacitatis, sed nondumalicjuod praeparatum habuimus. Nunc enim cotidie insistiinus eidem operi et cumhoc perficimus, statim post festum S. Andreae mittimus vobis per nuntios nostros. —Ad. R. Abbatissam : cur petitum vitrum non miserit ? Pez, a. a. O. VI, 1. 142.

Sepp a. a. O. S. 10. „Von jeher schrieb sich das Kloster die Ehre der ,

Entdeckung und Verbreitung dieses Kunstbe'triebes zu.“ Seite 11: „Die

erste Schule für Glas-Malerei war eröffnet.“ — Wackernagel spricht jedoch nur vonder nachweislich frühesten Ausübung der Glasmalerei in Tegernsee in Bayern.

2 ) Günthner a. a. O. S. 159, 160, 173, 174, 1 75 -,! ) Sepp a. a. O. S. 15.

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